Thinkfree Office Online im Test: Der Außenseiter
Wer an Cloud-Office-Suiten denkt, hat vor allem Google Docs und Office 365 im Kopf. Doch es gibt auch noch andere, die durchaus eine Alternative darstellen können. So zum Beispiel Thinkfree Office Online, der Cloud-Ableger von Thinkfree Office.
ThinkFree Office Online im Test
Eine praktische Alternative zu Office 365
Insgesamt hinterlässt Thinkfree-Office in der Cloud einen durchwachsenen Eindruck. Auf der Habenseite steht eine hervorragende Unterstützung der Microsoft-Dateiformate, die, anders als bei Apple und Google, nicht erst in das eigene proprietäre Format überführt werden müssen. Auch die übersichtliche Oberfläche gefällt. Negativ fallen neben der Kauf-Pflicht die nur rudimentär integrierte Kollaboration, die fehlende deutsche Sprachoption sowie die ärgerliche Pop-Up-Thematik ins Gewicht. Dennoch: Wer einfach nur Office-Dokumente akkurat öffnen und schnell bearbeiten will, findet mit Thinkfree eine praktische Alternative zu Microsofts Cloud-Dienst. Für eine wirklich sinnvolle Nutzung ist jedoch ein Abo vonnöten.
Das hat uns gefallen
- Gute, aufgeräumte Oberfläche mit vielen Funktionen
- Hervorragender Umgang auch mit komplexen MS-Office-Dokumenten
- Cloud arbeitet sehr schnell, wirkt wie eine Desktop-App
Das hat uns nicht gefallen
- Pop-Up-Blocker muss deaktiviert werden
- nur sehr rudimentäre Kollaboration
- koreanische Server
- kostenpflichtig
Die besten Cloud Office-Dienste im Test
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- Was ist Thinkfree Office Online?
- Thinkfree Office Online: Anmeldung ist Pflicht
- Ärgerliche Pop-Up-Funktion
- Einfach und effizient
- Thinkfree in der Praxis: Der Umgang mit Office-Dokumenten ist top
- Speichern, drucken, herunterladen
- Fazit & Alternativen
Wenn ihr noch nie etwas von Thinkfree Office gehört habt, ist das kein Thema: Uns ging es ähnlich. Der Office-Außenseiter aus Südkorea versteht sich als Alternative zu Microsofts Marktmacht und ist tatsächlich ähnlich lange auf dem Markt wie das Original: Gegründet wurde das Unternehmen "Hancom, Inc." nämlich schon 1990 und ist seither in Korea signifikanter Player in Sachen Office-Anwendungen. Ende der 1990er Jahre wäre das Unternehmen fast gestorben und von Microsoft übernommen worden, aber ein staatlicher Rettungsfond rettete Hancom - und sorgte damit dafür, dass es heute Thinkfree Office gibt.
Was ist Thinkfree Office Online?
Thinkfree Office ist der Nachfolger von Hancom-Office und kam bereits 2001 auf den Markt und wurde seither konsequent weiterentwickelt. Die Software versteht sich als optimale MS-Office-Alternative, die großen Wert auf Kompatibilität zu bestehenden Word-, Excel- und Powerpoint-Dateien legt. Die Software-Suite besteht aus kostenpflichtigen Desktop-App Thinkfree Office NEO für Windows-Systeme, Mobile-Apps für Android, Chrome-OS, Samsung DeX und iOS sowie Thinkfree Office Online, das bereits 2007 auf den Markt kam. Das kannst du über die Thinkfree-Webseite auch ohne zusätzliche Desktop-Software verwenden. Allerdings nur für einzelne Dokumente, denn ohne Abo werden keine Daten gespeichert.
Thinkfree Office Online in Bildern
Bilder zum Testbericht Thinkfree Office Online.
Wer die Office- und Mobil-Apps nutzen will, muss ein Abo in Höhe von 19,99 US-Dollar (circa 17 Euro) im Jahr abschließen. Nur die Mobile-Apps kosten 9,99 Dollar (circa 8,4 Euro). Die Desktop-Standalone-Software im Einmalkauf kostet 49,99 Dollar (circa 42 Euro). Ihr könnt alle Funktionen zwei Monate gratis testen. Anders als bei Microsoft oder Apple dient der Cloud-Dienst hauptsächlich als Editor und nicht als Austausch- und Kollaborationstool. Wer Kollaboration benötigt, muss Thinkfree Connect nutzen, das nur mit einem Abo funktioniert und Dropbox oder Thinkfree selbst als Speicher nutzt.
Thinkfree Office Online: Anmeldung ist Pflicht
Thinkfree Office Online ist für Einzeldokumente kostenlos verwendbar, richtig sinnvoll wird es jedoch erst im Abo, da die Dokumente sonst nicht gespeichert werden. Wer es nutzen will, muss sich zunächst auf der Thinkfree-Office-Seite anmelden. Anschließend wird das Benutzerkonto per Mail-Klick bestätigt. Danach kann der Online-Editor von Thinkfree verwendet werden: Dokument hochladen, bearbeiten und anschließend wieder herunterladen. In der Cloud wird nichts gespeichert, wenn kein Abo abgeschlossen wurde. Die Verknüpfung von Dienste-Konten wie Google oder Facebook ist bei der Anmeldung auch nicht möglich, was die Anmeldung natürlich ein wenig erschwert. Die Oberfläche ist jedoch eindeutig und klar gegliedert, wenn auch in englischer Sprache. Und beim Englischen bleibt es dann auch in der praktischen Nutzung: Während der Desktop-Client auch auf Deutsch verfügbar ist, werden Freethink-Online-Nutzer gezwungen, sich der Weltsprache zu widmen. Das kann stören, hat aber den (kleinen) Vorteil, dass die Bedienung immer und in jedem Browser weltweit identisch ist.
Ärgerliche Pop-Up-Funktion
Von der englischen Benutzerführung abgesehen benutzt die Anwendung automatisch zusätzliche Browserfenster: Anders als zum Beispiel MS Office 365 oder Google Docs spielt sich die Office-Suite nicht nur in einem Fenster ab. Stattdessen werden Dokumente immer als neue Pop-Up-Fenster oder -Tabs ausgeliefert. Das hat den Vorteil, dass viele Dokumente gleichzeitig geöffnet werden können, ohne dafür eine Taste zu drücken. Der Nachteil liegt allerdings auch auf der Hand: Browser mit aktiviertem Pop-Up-Blocker erwecken zunächst den Eindruck, als würden sie nicht mit der Cloud-Office-Suite funktionieren.
Das ist jedoch nicht der Fall: Zwar wies uns erst der neue Firefox darauf hin, dass Fenster geblockt wurden, stieß uns dann aber auf die Tatsache, dass Freethink grundsätzlich als Ausnahme im Pop-Up-Blocker des Browsers definiert werden muss. Danach läuft das Cloud-Office reibungslos, zumindest, wenn der Browser wie Firefox und Chrome eine Ausnahmeregelung zulässt; Apple Safari-Nutzer müssen den Blocker hingegen komplett deaktivieren, um Thinkfree nutzen zu können. Das dürfte nicht im Sinne des Erfinders sein. Zumal Thinkfree auf seiner Website eindeutig auf die Safari-Kompatibilität des Dienstes hinweist.
Einfach und effizient
Immerhin: Ist das Pop-Up-Thema gelöst, präsentiert sich Thinkfree Office als sehr schlankes und gleichzeitig leistungsstarkes Tool, das sich nicht vor seinen Mitbewerbern verstecken muss. Mehr noch: Anders als bei Microsoft Office 365 und Google ist die Oberfläche ausgesprochen übersichtlich und aufgeräumt. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Anwender auf wichtige Funktionen verzichten muss wie bei Apples iWork für iCloud: Vielmehr sind die Menüs klar gegliedert, Funktionen und Untermenüs effektiv erreichbar. Das Design ist dabei asiatisch-pragmatisch und auf das Wesentliche reduziert. In modernen Flat-Design-Browsern fügt sich die Cloud-Office-Suite nahezu nahtlos ein - nichts, was für die Bedienung wichtig wäre, doch insbesondere Firefox Quantum erweckt den Eindruck, als Frontend für diese Cloud-Software programmiert worden zu sein.
Die klare Gliederung hat allerdings auch einen Nachteil: Thinkfree-Office ist nicht responsiv. Wenn du es an einem sehr kleinen Bildschirm (kleiner 1.152 Pixel Breite, etwa bei Apples MacBook oder anderen Ultrabooks) verwendest, sind nicht alle Schalter erkennbar. Von daher ist es sinnvoll, mindestens einen Bildschirm mit 1.280 x 800 Pixeln zu verwenden.
Thinkfree in der Praxis: Der Umgang mit Office-Dokumenten ist top
Sind die Hürden Pop-Up-Blocker und Bildschirmgröße genommen, zeigt sich Thinkfree Office Online von seiner besten Seite: Selbst komplexe Word-, Excel- und Powerpoint-Dokumente können hochgeladen und geöffnet werden und werden - das ist alles andere als üblich bei Cloud-Office-Diensten und anderen Office-Drittanbietern - weitestgehend identisch mit der Originaldatei in Word geöffnet. Nur bei der Verwendung exotischer Schriftarten kann es vorkommen, dass es das Layout zerschießt, einfach, weil die Schrift im Online-System nicht vorhanden ist.
Das kommt allerdings selten vor, denn Freethink greift auf die gleichen Schriftarten zurück, die auch zum Standardsortiment von MS Office gehören. Selbst Fußnoten und eingebettete Grafiken - vor allem bei umfangreichen Word-Dokumenten bei Drittanbieter-Tools ein Quell unendlichen Ärgernisses - werden authentisch und vollständig dargestellt, womit sich das Online-Tool als echte Microsoft-Alternative anbietet. Auch, weil es anders als Apple und Google direkt mit MS-Office-Dokumenten arbeitet, ohne diese vorher in ein eigenes Dateiformat zu konvertieren - toll. Dabei bleibt diese Zuverlässigkeit erhalten, selbst wenn im Freethink-Dokument mittendrin etwas geändert wird. Wichtig ist natürlich, dass die Zeilen- und Seitenumbrüche sauber gesetzt sind. Praktisch dabei ist auch der jederzeit erreichbare Shortcut-Guide, der übliche Tastenkombinationen aufzeigt.
Speichern, drucken, herunterladen
Auf die Bearbeitung folgt natürlich das Speichern: Thinkfree speichert Dateien automatisch ab, eine Versionierung gibt es in der reinen Online-Version jedoch nicht, genausowenig wie eine Kollaborations-Option. Wer also etwas in einem Dokument ändert, sollte wissen, was er tut - und kann auch nicht direkt per Webinterface mit anderen Usern zusammenarbeiten. Stattdessen muss dafür eine SaaS-Lizenz erworben werden.
Drucken und Herunterladen der Dokumente stellt dafür kein Problem dar: Mit einem Klick wird eine Doc(X)-Datei oder ein PDF generiert, das auf dem Rechner gespeichert und anschließend gedruckt werden kann. Das ist beim Mitbewerb nicht anders und in Thinkfree wunderbar simpel gelöst. Durch die nur sehr halbherzig integrierte Kollaborationsfunktion eignet sich Thinkfree jedoch in der Gratis-Cloud-Version primär für Anwender, die das Tool alleine nutzen.
ThinkFree Office Online
ThinkFree Office Online: Die besten Alternativen
Sagt euch nicht zu? Ihr sucht nach passenden Alternativen? Nachfolgend findet ihr die besten ThinkFree Office Online-Alternativen.
Zudem empfehlen wir euch einen Blick in unsere Cloud Office-Bestenlisten. Vergleichbare Produkte findet ihr beispielsweise in der Bestenliste "Vergleich: Die besten Cloud Office-Dienste im Test"
ThinkFree Office Online: Datenblatt
Hier findet ihr die technischen Daten zu ThinkFree Office Online. Größe, Gewicht und andere Eigenschaften könnt ihr so problemlos mit anderen Produkten vergleichen.
| Speicherplatz | Keine Angaben |
| Schreibprogramm | ✔ Ja |
| Tabellenkalkulation | ✔ Ja |
| Präsentationen | ✔ Ja |
| Zeichenprogramm | ✘ Nein |
| PDF-Export | ✔ Ja |
| Offline-Nutzung | ✔ Ja |
| Apps | ✔ Ja |