Vivo setzt beim X300 Ultra auf Kamera-Innovationen
Vivo X300 Ultra im Test: Foto-Wunder setzt Samsung unter Druck

Ressortleiter Christian Just testet die Kamera des Vivo X300 Ultra.
Foto: Christian Just
Uhr
Das Vivo X300 Ultra ist ein Superphone, das Samsung gefährlich werden könnte. Die Technik ist durchweg Spitze, die Kamera schlicht beeindruckend.
Testfazit
Testnote
1,1
sehr gut
Das Vivo X300 Ultra ist ein starkes Smartphone und tut alles dafür, anspruchsvolle Foto- und Videofans zufriedenzustellen. Die drei Kameras auf der Rückseite (Ultraweitwinkel, normal, 3,7-faches Tele) gehören allesamt zur Smartphone-Spitze. Dazu kommen eine schnelle CPU und eine enorm lange Akkulaufzeit. Hinweis: In der Print-Ausgabe 13/2026 wurde fälschlicherweise eine Endnote von 1,2 abgedruckt. Korrekt ist die Note 1,1 (Testverfahren 2026).
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- Starke Fotoqualtät bei Ultraweitwinkel, Standard und Zoom
- Hohe Arbeitsgeschwindigkeit
- Optional mit Zeiss-Teleobjektiv
Kontra
- Brennweite von 35 mm passt nicht für jeden Zweck
Schon mit dem X300 Pro schaffte Vivo mehr als einen Achtungserfolg. Das Erfolgsrezept: sehr gute Technik, dazu Kamera-Extras wie ein Aufstecktele von Zeiss. Mit dem X300 Ultra setzt Vivo jetzt noch eins drauf, vor allem in Sachen Kamera.

Vivo X300 Ultra mit 6,78-Zoll-Display.
Foto: Christian Just
Design und Verarbeitung
Das Vivo X300 Ultra gefällt mit einem klaren Design, wahlweise in einem hellen Olivgrün oder in Schwarz: vorn ein flaches OLED-Display (mit 6,82 Zoll unmerklich größer als die 6,78 Zoll im X300 Pro), hinten Glas und drum herum ein Alu-Rahmen – beides angenehm matt und gut verarbeitet. Im Rahmen sind auch die Antennen untergebracht, das kennt man schon vom iPhone. Ob es daran liegt oder am laut Vivo besonders intelligenten Empfangsmanagement namens AI SuperLink: Der Empfang war in der Praxis durchweg sehr gut. Staub- und Wasserdichtigkeit sind nach IP68/69 zertifiziert.

Rückseite des Vivo X300 Ultra.
Foto: Christian Just
Optisch prägend ist der kreisrunde schwarze Kamerablock auf der Rückseite. Der fällt beim Ultra nochmal deutlich stärker aus als beim Pro und ragt fast 8 Millimeter aus dem Gehäuse heraus. Mit Kamera hat das Smartphone laut Labor eine maximale Dicke von 16,6 mm (Zum Vergleich: iPhone 17 Pro Max 13,2 mm / Samsung S26 Ultra 12,3 mm / X300 Pro 14,5 mm). So ist das X300 Ultra etwas kopflastig, zumal man die Finger unterhalb des Kamerablocks platzieren muss. Wer Wert auf die Kamera legt, dürfte sich aber dran gewöhnen.
Kamera: Vivo macht einiges anders
Die Kamera ist der eigentliche Grund, das X300 Ultra zu kaufen. In jeder der drei Kameras auf der Rückseite steckt Linsentechnik und Know-how von Zeiss. Die technischen Details:
- Ultraweitwinkel (50 Megapixel): 14 mm, f/2.0, Sensor: Sony LYTIA 818 (1/1.28″), OIS
- Hauptkamera (200 Megapixel): 35 mm, f/1.85, Sensor: Sony LYTIA 901 (1/1.12″), OIS
- Tele (200 Megapixel, 3,7-fach optisch): 85 mm, f/2.67, Sensor: Samsung HP0 (1/1.4″), OIS

Vivo X300 Ultra: Ultraweitwinkel-Aufnahme entsprechend 14 mm (Rathaus Bremen).
Foto: Christian Just

Vivo X300 Ultra: Aufnahme mit Hauptkamera in Standardeinstellung entsprechend 35 mm.
Foto: Christian Just

Vivo X300 Ultra: Aufnahme mit 3,7-fachem Zoom entsprechend 85 mm.
Foto: Christian Just
Spannend: Bei dem Kamera-Setup bietet Vivo einiges anderes, als man es sonst von Samsung oder auch Apple kennt. So kommt jede der drei Kameras auf der Rückseite mit einer optischen Bildstabilisierung, das Tele sogar auf Gimbal-Niveau. Im Alltag noch wichtiger: Die Hauptkamera nutzt nicht die bei Handys übliche Brennweite von 23 oder 24 mm, sondern 35 mm (umgerechnet auf Kleinbild). Die Hauptkamera des Ultra entspricht somit ab Werk in etwa einem 1,5-fachen Zoom einer üblichen 23-mm-Handykamera und ist in der Vivo-Kamera-App auch mit "1,5x" markiert. Damit nähert sich das Vivo dem normalen Kamera-Setup an, wo sogar 50 mm (entspricht 2-fachem Zoom im Handy) als Normabrennweite gelten.
Was bringt die Brennweite von 35 Millimetern?
Die Brennweite von 35 mm hat Vorteile etwa bei Porträtaufnahmen; durch den stärkeren Bokeh-Effekt hebt sich die oder der Porträtierte stärker vom Hintergrund ab. Es zeigte sich aber in der Praxis auch: In vielen Situationen ist man durch die 35-mm-Kamera zu nah am Motiv. Dann muss man vor dem Auslösen einige Schritte zurückgehen oder auf die Ultraweitwinkel-Linse ausweichen und diese gegebenenfalls manuell auf den gewünschten Ausschnitt fokussieren.

Vergleich der Hauptkamera von Vivo und Samsung (normaler Fotomodus): Die höhere Brennweite lässt das Motiv bei Vivo näher heranrücken, außerdem ist die Unschärfe des Hintergrunds stärker.
Foto: Christian Just
Fotoqualität im Testlabor
COMPUTER BILD hat die Kamera in vielen Praxissituationen ausprobiert – und war von Qualität und Lebendigkeit der Fotos angetan. Was auffällt: Die Ultraweitwinkel-Kamera ist besser als die der meisten anderen Top-Smartphones, auch noch etwas besser als etwa die des S26 Ultra. Nutzt man die Ultraweitwinkel-Kamera, um eine Brennweite von etwa 23 mm wie bei üblichen Handykameras zu simulieren, wird jedoch nicht ganz dieselbe Schärfe erreicht, wie sie etwa die 200-MP-Hauptkamera im S26 Ultra an den Tag legt. Das Labor hat die Leistung unter Standardbedingungen geprüft: Hier erreichte das Vivo X300 Ultra in allen Testszenarien ein "sehr gut", war bis auf einen leichten Vorsprung bei Tageslichtfotos auf Augenhöhe mit dem S26 Ultra und etwas besser als das Vivo X300 Pro.
Zeiss-Teleobjektiv als Erweiterung
Wie schon fürs X300 Pro bietet Vivo auch für das X200 Ultra ein für Handyverhältnisse riesiges Aufsteckobjektiv (11,6 cm lang und 248 g schwer) mit Zeiss-Linsen an. Mit einer Brennweite von 400 mm (entspricht 17-fachem optischem Zoom) ist das noch stärker als beim Pro. Damit das Objektiv fest auf dem Handy sitzt, muss man es in eine spezielle Hülle stecken, das Tele dort einstecken und dann jedes Mal in der Kamera aktivieren und nach Entfernung wieder deaktivieren. Für Schnappschüsse ist das also nichts, doch man erreicht Tele-Fähigkeiten, die für Handys sonst unerreichbar sind. Allerdings ist die Lichtempfindlichkeit mit Tele geringer als ohne. Einige Beispiele für Tele-Aufnahmen finden Sie in der Fotostrecke.

Vivo X300 Ultra mit optionalem Kameragriff und Aufsteck-Teleobjektiv von Zeiss (400 mm Brennweite).
Foto: Christian Just
Licht und Schatten im Display-Test
Interessante Ergebnisse förderte das Labor beim Test des Displays zutage ("2K ZEISS Master Color Display"). Es zeigte eine enorme Helligkeit von über 3.000 Candela – und zwar anders als viele China-Handys auch in der normalen Darstellung, nicht nur in speziellen HDR-Fotos und Videos (3.110 Candela pro Quadratmeter [cd/m²] mit SDR-Inhalten, 3.583 mit HDR). Das ist besser als beim Samsung S26 Ultra und bei Apples iPhone 17 Pro Max, wenn auch nicht so hell wie das Display des Honor 600 Pro (4.067 cd/m² auch mit SDR). Farben, Schärfe (509 ppi) und Bildwiederholrate (bis 144 Hertz) sind exzellent. Nur bei der Entspiegelung versagt das Ultra, ist mit einem Glanzgrad-Wert von 99 anfällig für Lichtreflexe. Gern hätten wir auch einen eingebauten Blickschutz gesehen, doch diese Technologie ist aktuell exklusiv dem Samsung Galaxy S26 Ultra vorbehalten.
Akku-Test: Das Vivo X300 Ultra ist ein Dauerläufer!
Gerade erst hatte COMPUTER BILD die Testkriterien für die Smartphone-Bestenliste verschärft. Und das Vivo gehört zu den Herstellern, die die neue Siliziumkohlenstoff-Akku-Technologie nutzen, um ihren Smartphones Akkus von einer früher undenkbaren Größe zu spendieren – bemerkenswert: Man findet hier zum Testzeitpunkt (Juni 2026) nur chinesische Hersteller, etwa das Oppo Find X9 Pro. Mit seiner Akkukapazität von 6.600 Milliamperestunden (mAh) hielt das Vivo X300 Ultra im Testlabor 18:07 Stunden durch. Samsung kam beim S26 Ultra mit einem 5.000-mAh-Akku nur auf 15:12 Stunden, das etwas günstigere X300 Pro mit einem 5.440-mAh-Akku auf 13:28 Stunden. Mit Standard-USB-C-Netzteilen im Power-Delivery-Standard wurden im Labor bis zu 65 Watt an Ladeleistung erreicht. So war das Handy bereits nach 57 Minuten voll aufgeladen. Mit einem speziellen Vivo-"Flash Charge"-Netzteil verspricht Vivo sogar bis zu 100 Watt. Auch induktives Laden ist möglich, mit spezieller Ladeschale (Wireless Flash Charge) bis 40 Watt.
Schneller Prozessor
Angetrieben wird das Vivo X300 Ultra vom Qualcomm-Prozessor Snapdragon 8 Elite Gen 5, der mit etwas höherem Takt auch im Samsung S26 Ultra zu finden ist. Im X300 Pro steckt der kaum langsamere MediaTek Dimensity 9500. Arbeitsspeicher (16 Gigabyte [GB]) und interner Speicher (1 Terabyte [TB]) des Ultra sind üppig bestückt – nicht selbstverständlich in Zeiten explodierender Speicherpreise. Speziell für die Bildverarbeitung ist der Pro Imaging Chip VS1+ an Bord. Auch WLAN (Wifi 7 inklusive 6 Gigahertz) und 5G sind auf dem neuesten Stand.
Vivo X300 Ultra: Preis, Release
Das Vivo X300 Ultra ist seit Mai in Deutschland erhältlich. Es gibt nur eine Speichervariante (1 TB mit 16 GB RAM) und zwei Farben: "Steppe Green" (Olivgrün) und "Volcano Black" (Schwarz). Der Preis liegt bei 1.999 Euro. Das Zeiss-Tele kostet 599 Euro, wird aber als Photographer Kit im Bundle mit dem Smartphone zum halben Preis verkauft.

Wie eine richtige Kamera: Vivo X300 Ultra mit optionalem Kameragriff und Zeiss-Teleobjektiv.
Foto: Christian Just
Test-Fazit: Vivo X300 Ultra
Das Vivo X300 Ultra ist ein Android-Smartphone der Spitzenklasse. Bei Akku, Displayhelligkeit, Tempo und Fotoqualität erntete es im Test Spitzenwerte – und überbot teils sogar die verschärften Grenzwerte des 2026er-Testverfahrens. In Kombination mit dem Zeiss-Tele (wohl nur für besondere Gelegenheiten mitzunehmen) ist es ein Traum für Foto-Fans, um deren Gunst aktuell aber auch Xiaomi mit dem Leitzphone wetteifert. Dank minimaler Vorteile (höherer Prozessortakt, Display mit Entspiegelung und Blickschutz) liegt das Samsung Galaxy S26 Ultra in der Endwertung unter Berücksichtigung sämtlicher Nachkommastellen vorn.
Normalnutzer aber dürften zwei Dinge stören: der dicke Kamerablock – und der hohe Preis. Hier kann sich ein Blick auf das Vivo X300 Pro lohnen. Das war zum Veröffentlichungszeitpunkt fast 1.000 Euro günstiger, ist nicht ganz so dick und bietet als Option ebenfalls ein Zeiss-Teleobjektiv.
Normalnutzer aber dürften zwei Dinge stören: der dicke Kamerablock – und der hohe Preis. Hier kann sich ein Blick auf das Vivo X300 Pro lohnen. Das war zum Veröffentlichungszeitpunkt fast 1.000 Euro günstiger, ist nicht ganz so dick und bietet als Option ebenfalls ein Zeiss-Teleobjektiv.




















