Das Google Pixel 10 Pro ist nahezu doppelt so teuer wie das Sparmodell Pixel 9a. Dabei sind Maße und Display-Größe nahezu gleich. Der Vergleich zeigt, wo die Unterschiede bei Leistung, Ausstattung und Verarbeitung liegen.
Googles Einstiegsmodell Pixel 9a ist die Ausnahme, die die Regel "Teurer ist besser" bricht. Es hat die gleiche Testnote wie Googles Top-Modell Pixel 10 Pro, ist ebenfalls kompakt und bietet die gleiche Display-Diagonale. Dabei ist es etwa nur halb so teuer wie das 10 Pro, welches mit einer edel satinierten Glasrückseite kommt und die charakteristische Pixel-Kameraspange mit Ultraweitwinkel, Hauptkamera und Telelinse trägt – allerdings hat es an anderer Stelle Defizite. Das Pixel 9a ist mit dem Rotstift gezeichnet – schlichter, aber nicht schlechter! Die Rückseite ist nur aus Plastik, aber immerhin von der griffigen Sorte. Der Alurahmen ist im Gegensatz zum 10-Pro-Rand schön matt. Das abgespeckte Kameraduo verschwindet nicht nur bis auf wenige Millimeter im Gehäuse, sondern gleitet auch leichter in jede Hosentasche.
Smart am Display gespart
Beide Pixel bieten eine Diagonale von 6,3 Zoll.
Foto: COMPUTER BILD / Michael Huch
Das Google Pixel 10 Pro punktet mit höherer Auflösung, schmaleren Rändern und flexibler Bildwechselfrequenz von 1 bis 120 Hertz, die eigentlich Energie sparen soll, doch diese Rechnung ging im Test nicht auf. Beide OLEDs sind extrem hell, kontraststark und farbtreu und haben Mühe bei der Darstellung der erweiterten Farbräume. Das Pixel 9a schlug sich im Testlabor sogar noch etwas besser. Bei der Diagonale von 6,3 Zoll gibt es keine nennenswerten Unterschiede.
Displayvergleich Google Pixel 9a vs. Google Pixel 10 Pro
Displayvergleich Google Pixel 9a vs. Google Pixel 10 Pro
Google Pixel 9a
Google Pixel 10 Pro
Diagonale
6,3 Zoll
6,3 Zoll
Auflösung
2424x1080 (422 ppi)
2856x1280 (495 ppi)
Max. Helligkeit SDR
2.555 cd/m²
2.845 cd/m²
Max. Helligkeit HDR
2.525 cd/m²
2.928 cd/m²
Farbtreue
97,2 %
96,9 %
Farbraumabdeckung sRGB
97,7 %
98,3 %
Farbraumabdeckung Adobe RGB
82,8 %
79,1 %
Farbraumabdeckung DCI-P3
84,7 %
82,0 %
Glanzgrad (weniger ist besser)
95,6
96,6
Tempomangel?
Der hauseigene Tensor-G5-Prozessor im Pixel 10 Pro arbeitet zwar um einiges flotter als der Tensor G4 im 9a, aber im Vergleich zu anderen Handys fallen Benchmarks ernüchternd aus und sind ein Grund dafür, warum alle Pixel recht deutlich sowohl an den Smartphone-Top-10 als auch an den Handy-Tempo-Top-10 vorbeisegeln. Trotzdem lassen sich die Pixel flüssig bedienen. Bei KI-Funktionen, die in der Cloud berechnet werden (Fotomanipulation), gibt es keine großen Unterschiede zwischen 9a und 10 Pro.
Tempovergleich Google Pixel 9a vs. Google Pixel 10 Pro
Tempovergleich Google Pixel 9a vs. Google Pixel 10 Pro
Google Pixel 9a
Google Pixel 10 Pro
CPU
Tensor G4
Tensor G5
Geekbench 6 Singlecore
1745
2303
Geekbench 6 Multicore
4590
6300
3D Mark Wildlife Extreme
2616
2935
Geekbench AI (S/H/Q)
1646/1622/2445
2158/2143/3434
Note Arbeits- und Bedientempo
2,0
1,5
Zwei Ausdauerklassen
Im Akku-Kapitel besiegelt das 9a seinen Überraschungssieg: Mit 18:32 Stunden liefert es im COMPUTER BILD-Handy-Akku-Härtetest eine der besten Laufzeiten überhaupt und watscht das 10 Pro mit seinen 10:58 Stunden mit Pauken und Trompeten ab. Hier unterbietet das Edel-Pixel alle Erwartungen und macht sogar früher schlapp als sein Vorgänger. Dass es etwas schneller lädt, ist auf dem trödeligen Pixel-Niveau nur ein schwacher Trost. Beide bieten den Komfort kabellosen Ladens.
Pixel-Fotopower
Die Hauptkamera des 10 Pro liefert Qualität auf Top-Niveau. Technisch setzt sie sich mit extrem kurzer Auslösezeit, größerem Zoom-Sichtfeld und 8K-Videos ab. Das Pixel 9a kontert mit einer starken Gesamtleistung bei Tageslicht und sehr guten Selfies. Bei wenig Licht schenken sich beide wenig, wobei das 10 Pro etwas präziser mit Details umgeht. In den Standarddisziplinen hält das günstige 9a also überraschend mit. Zunehmend große Unterschiede tun sich aber auf, wenn Sie anfangen zu zoomen. Mangels Telelinse hat das 9a keine Chance gegen das Pixel 10 Pro.
Kameravergleich Google Pixel 9a vs. Google Pixel 10 Pro
Kameravergleich Google Pixel 9a vs. Google Pixel 10 Pro
Mit herausragender Effizienz düpiert das schlichte Google Pixel 9a das Pixel 10 Pro. Wenn man auf ein Tele verzichten kann, weil man allenfalls nur etwas am Bildausschnitt rumschraubt und nicht weit entfernte Motive knipst und keinen Wert auf das Pro-Prestige legt, ist das Google Pixel 9a nicht nur der Preis-, sondern auch der Vergleichssieger: Es überzeugt mit überragender Akkulaufzeit und erfreulich guter Fotoqualität. Für die meisten User ist das die smartere, weil viel günstigere Wahl. Auch wenn der Nachfolger Google Pixel 10a nicht ganz die Überausdauer des 9a bietet und etwas teuerer ist, schneidet er letztlich noch besser ab und ist so eine frischere Alternative.
DasGoogle Pixel 10 Proist edler und das technisch kompletter ausgestattete Smartphone mit höherer Leistung und vielseitigerer Kamera, die dank Telelinse ab fünffacher Vergrößerung in einer ganz anderen Liga spielt und zu den besten Handykameras auf dem Markt zählt. Allerdings verliert es im Akkukapitel mit der überschaubaren Laufzeit so viel Boden auf das Effizienzwunder Pixel 9a und seinen Vorgänger Pixel 9 Pro, dass es sich in der Bestenliste als wesentlich teureres Gerät tatsächlich hinter dem Pixel 9a und dem Pixel 9 Pro einfädeln muss.
Für COMPUTER BILD testet Michael Huch, Stv. Ressortleiter Telekommunikation & Internet
Testmethodik
Unter Laborbedingungen und mit zertifizierten, vergleichbaren Prüfmethoden blicken wir im Smartphone-Test besonders auf Kamera, Akku- und Ladeleistung, Arbeits- und Bedientempo, Ausstattung und den Bildschirm. Geht es etwa um die Kamera, schauen wir uns mehr als 1.000 Messwerte zu Auflösung, Bildschärfe und Farbtreue an. Ein Roboterarm beschäftigt das Testgerät über Stunden hinweg automatisch, um die Akkulaufzeit genau zu messen. Aufwendige 3D-Anwendungen bringen den Prozessor an die Grenzen, und ein Tauchgang in der Wasserröhre zeigt, wie wasserdicht das Gerät wirklich ist.