Google OnHub im Test: Der schicke Mesh-Router mit Richtantenne
Mit seinem für Router ungewöhnlichem Design und 13 Antennen soll Googles OnHub für perfekte Funkabdeckung sorgen und sich gleichzeitig formschön in die heimische Dekoration einfügen. Wir klären für euch im Test, was der WLAN-Router im Alltag leistet und zeigen euch seine Besonderheiten.
Google OnHub im Test
Leicht einzurichten, kaum Einstellmöglichkeiten
Googles erster Router lässt sich sehr leicht einrichten, bietet aber kaum Möglichkeiten. Er nimmt Käufern, die sich nicht mit den Einstellungen ihres WLAN auseinandersetzen möchten, die wichtigsten Schritte ab. Möchte man aber detaillierte Einstellungen vornehmen, sind die Grenzen des OnHub schnell erreicht.
Das hat uns gefallen
- Einfacher Aufbau
- Unkomplizierte Einrichtung
- Gute Reichweite
Das hat uns nicht gefallen
- Wenig Einstellungsmöglichkeiten
- Zugriff auf Einstellungen nur per App
- Offline nicht konfigurierbar
Die besten WLAN-Router im Vergleich
Im Vergleich der WLAN-Router haben wir unterschiedliche Produkte für euch mit einander verglichen. Hier seht ihr auf einen Blick, welcher Router sich für euch am besten eignet. » Zum ausführlichen Vergleich der WLAN-Router
Schon beim Auspacken fällt das Design des OnHub auf. Die Zylinderform ist für Router sehr ungewöhnlich, sind es doch sonst meist flache Geräte mit mehr oder weniger sichtbaren Antennen. Den OnHub entwickelte Google in zwei Varianten. In Zusammenarbeit mit Asus und TP-Link enstatnden zwei Modelle, die beide als Google OnHub vermarktet werden. Gemeinsam haben die Router das leicht kegelförmige Gehäuse. Das TP-Link Gerät wird nach oben breiter, das Asus-Modell nach unten. Da der OnHub nie in Deutschland beziehungsweise Europa erschienen ist, liegt neben zwei LAN-Kabeln nur ein Netzteil mit amerikanischem Stecker bei. Mit einem Adapter könnt ihr dieses aber auch an Steckdosen hierzulande verwenden.
Aufbau und Einrichtung
Um den OnHub anzuschließen, muss das Gehäuse nach links gedreht und abgenommen werden. So erhaltet ihr Zugang zu den Anschlüssen für Strom, Internet und Netzwerk. Der USB-Port ist nur als Stromquelle zu betrachten. Darüber können keine USB-Geräte mit dem Netzwerk verbunden werden. Über dem Stromanschluss befindet sich noch ein kleiner Reset-Knopf.
Für die Einrichtung muss der Router nur an Strom angeschlossen und das Gerät via Netzwerkkabel mit dem Internet verbunden werden. Das funktioniert nur über den LAN-Port eures DSL-Modems, da dieses nicht im OnHub integriert ist. Habt ihr einen Router von eurem Internet-Provider bekommen, muss dieser also stehen bleiben, damit der OnHub mit dem Internet verbunden werden kann.
Ihr benötigt zwingend ein Android- oder Apple-Smartphone für die Einrichtung. Im Gegensatz zu anderen Routern hat der OnHub kein browser-basiertes Menü, über das die Einrichtung erfolgt. Nur mit der Google WiFi-App lassen sich am Router Einstellungen vornehmen. Habt ihr das Gerät mit Strom und Internet verbunden, müsst ihr die Google WiFi-App starten. Der OnHub wird automatisch per Bluetooth erkannt und sendet Signaltöne aus, die euer Smartphone einfängt und verarbeitet. Anschließend dürft ihr noch Namen und Kennwort für euer WLAN vergeben und die Einrichtung ist abgeschlossen.
Weiterführende Einstellungen könnt ihr nun in der WiFi-App von Google vornehmen. Diese bietet euch dafür einige Möglichkeiten, wenn auch nicht so viele wie bei anderen Herstellern. Ihr dürft Prioritäten für Geräte im WLAN festlegen, Gast-Netzwerke erstellen, IP-Adressen festlegen und sogar Portweiterleitungsregeln einrichten, um nur einige Funktionen zu nennen.
Reichweite
Die meisten Hersteller geben keine Reichweiten für ihre WLAN-Router an, auch Google nicht. Da die WLAN-Reichweite von vielen Faktoren beeinflusst wird, können wir nur Angaben machen, die sich auf von uns nachgestellte, örtliche Gegebenheiten beziehen. Ihr könnt euch daran orientieren, solltet aber immer damit rechnen, dass das Ergebnis bei euch zu Hause ganz anders sein kann.
Der OnHub ist mit 13 Antennen ausgestattet und funkt sowohl im 5 als auch im 2,4 Gigahertz-Band. Für die Reichweite ist die bloße Anzahl der Antennen uninteressant. Eine davon hat aber eine besondere Eigenschaft. Diese ist eine Richtantenne und strahlt das WLAN besonders stark in eine Richtung ab. Genauer gesagt: In die Richtung in die der OnHub zeigt, reicht das WLAN besonders weit. In unserem Großraumbüro konnten wir in knapp 20 Meter Entfernung eine um 10 db höhere Signalstärke erreichen, wenn der Router in die entsprechende Richtung zeigte.
Aber auch sonst ist die Reichweite des OnHub ordentlich. Mit einem Stockwerk, einem Treppenhaus und einer Betondecke zwischen uns und dem Router, hatten wir zwar nur ein schwaches WLAN-Signal im 2,4 Gigahertz-Band, für einfaches Surfen im Internet reichte das aber problemlos aus. Die Entfernung zum OnHub betrug hierbei ungefähr 13 Meter durch dicke Betonwände.
Geschwindigkeit
Googles OnHub unterstützt alle gängigen WLAN-Standards, darunter auch die sehr schnellen Standards ac und n. Leider lässt sich weder am Router noch am Smartphone einstellen, mit welchem Standard das WLAN bevorzugt betrieben werden soll. Auch ob das 2,4 oder das 5 Gigahertz-Band verwendet wird, entscheidet der OnHub automatisch. Bewegt sich ein Empfangsgerät aus der Reichweite des 5 Gigahertz-Band heraus, verbindet der OnHub das entsprechende Gerät mit dem 2,4 Gigahertz-Band. Möglich wird das dadurch, dass Googles Router zwei WLANs parallel betreibt, die nach außen aber nur als eines angezeigt werden. Ein manueller Wechsel zwischen den beiden Bändern ist nicht möglich.
Größtes Problem: Bewegt sich ein Empfangsgerät zurück in den Einflussbereich des 5 Gigahertz-Bandes, verbindet es sich nicht mit diesem. Der OnHub erkennt nicht wie nah das Gerät am Router ist und das mobile Gerät erkennt nur das einzelne OnHub-WLAN mit dem es verbunden ist, nicht aber in welchem Frequenzband es funkt.
Die erreichbare Geschwindigkeit hängt immer auch von euren Empfangsgeräten und den Störquellen der Umgebung ab. Mit einer n-Standard fähigen WLAN-Karte messen wir im 5 Gigahertz-Band eine Datendurchsatzrate von 130 MBit/s. Dabei befinden sich keine Hindernisse zwischen Router und Empfangsgerät. Eine ein Gigabyte große Datei lässt sich so in einer Minute kopieren. Der ac-Standard lies sich leider nicht testen, da unsere ac-fähigen Geräte das OnHub-WLAN nicht finden konnten. Auf englischsprachigen Websites finden sich Hinweise darauf, dass viele angekündigte Funktionen per Software-Update verfügbar gemacht werden sollten, was aber bislang anscheinend nicht geschah. Wir gehen davon aus, dass der ac-Standard nicht mehr nachgereicht wurde. Im 2,5 Gigahertz-Band erreichen wir Datenübertragungsraten von ungefähr 35 MBit/s. Das Kopieren einer ein Gigabyte großen Datei dauert damit knapp vier Minuten.
Google OnHub in Bildern
Testbilder zum WLAN-Router Google OnHub.
Mit verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten an der WLAN-Karte lässt sich bestimmt auch eine höhere Datendurchsatzrate mit Googles OnHub erzielen. Wir verzichten aber bewusst auf komplexe Einstellungen, da Google damit wirbt, dass sich der OnHub unkompliziert einrichten lässt. In der WiFi-App gibt es keine Möglichkeit auf Kanal, Frequenz oder Geschwindigkeit Einfluss zu nehmen. Daher werden Nutzer des OnHub immer mit den automatischen Einstellungen leben müssen.
Extras
Auffälligstes Extra des OnHub ist das Design. Der Router soll sich in die häusliche Einrichtung integrieren lassen und dabei gut aussehen. Da Google aber kein DSL-Modem integriert hat wird immer ein zweites Gerät benötigt, welches sich am eher weniger ansprechendem Standard-Router-Design der Internet-Provider orientiert. Das Design-Plus, wird dadurch relativiert. Über Googles WiFi-App können Geräte vom OnHub für ein, zwei oder vier Stunden bevorzugt behandelt werden. Für beispielsweise Streaming-Film-Abende kann diese Funktion einen reibungslosen Ablauf sicherstellen. Auch ausgedehnten Multiplayer-Sessions sichert diese Funktion eine stabile Bandbreite. Bleibt aber noch die Frage, warum kein Gerät dauerhaft priorisiert behandelt werden kann.
Aus unserer Sicht ist die integrierte Richtantenne das beste Feature. In die Richtung in die der Router zeigt, wird das WLAN-Signal am weitesten gestrahlt. Besonders für langgezogene Räume oder Flure kann diese Antenne die entscheidenden Meter WLAN-Abdeckung bedeuten. Eine weitere Antenne misst Störungen, die durch benachbarte WLANs entstehen und gleicht diese aus. Das der OnHub nur über eine App bedient werden kann, könnte als Extra angesehen werden. Wir empfinden die Beschränkung auf Android- oder iOS-Geräte aber bei einem Router als unangebracht.
Sicherheit
Googles OnHub beherrscht WPA2-Verschlüsselung und gilt damit als sicher. Nutzer sollten sich aber darüber im Klaren sein, dass alle Netzwerkdaten in der Cloud gespeichert werden und sich am Router keine Einstellungen ändern lassen, wenn dieser nicht mit dem Internet verbunden ist. Alte Geräte, die keine WPA2-Verschlüsselung verwenden, können nicht mit dem OnHub verbunden werden. Im Dashboard des verwendeten Google-Accounts lassen sich keine Hinweise auf Informationen aus der App finden. Sollten eure Kontodaten entwendet werden, könnt ihr zumindest euer WLAN erstmal weiterverwenden.
Habt ihr einen neuen Internetanschluss oder WLAN-Router erhalten? In diesem Artikel erfahrt ihr, wie ihr euer Netzwerk in Betrieb nehmt und gegen Fremdzugriffe absichert.
Mit der WiFi-App lässt sich ein Gast-WLAN einrichten, in dem nur bestimmte Geräte (zum Beispiel ein Smart-TV) freigegeben sind. Ähnlich funktioniert auch das Familiennetzwerk. Darin lassen sich neben der Freigabe auch Nutzungszeiten einrichten oder bestimmte Geräte "pausieren". Das heißt, die WLAN-Verbindung wird so lange unterbrochen bis sie per App wieder freigegeben wird. In Bezug auf Internet-Zeiten von Kindern bleibt aber die Unsicherheit, dass diese einfach die mobile Internetverbindung weiterverwenden nachdem der OnHub die Verbindung getrennt hat.
Über die WiFi-App lassen sich keine erweiterten Sicherheitsregeln erstellen, lediglich die Vergabe fester IP-Adressen kann noch etwas mehr zur Sicherheit beitragen. Wurde der OnHub per App eingerichtet, kann das Gerät auf dem sie installiert ist das WLAN-Kennwort abrufen und im Klartext darstellen. Verliert man also Smartphone oder Tablett, könnte sich der Finder mit dem OnHub-WLAN verbinden und das Kennwort auslesen. Um diesem Fall vorzubeugen, kann der Router über einen kleinen Knopf an der Rückseite zurückgesetzt werden. Alle Einstellungen werden dabei gelöscht, die Daten in der Cloud bleiben allerdings erhalten. Wir gehen davon aus, dass diese nicht genutzt werden können, um den OnHub wieder einzurichten. Setzt man das Gerät über die App zurück, werden alle Daten inklusive denen in der Cloud gelöscht.
Google OnHub
Transparenzhinweis: Den Google OnHub haben wir regulär im Online-Handel erworben.
Google OnHub: Die besten Alternativen
Sagt euch nicht zu? Ihr sucht nach passenden Alternativen? Nachfolgend findet ihr die besten Google OnHub-Alternativen.
Zudem empfehlen wir euch einen Blick in unsere Router-Bestenlisten. Vergleichbare Produkte findet ihr beispielsweise in der Bestenliste "WLAN-Router im Test: Aktuelle Modelle im Vergleich"
Google OnHub: Datenblatt
Hier findet ihr die technischen Daten zu Google OnHub. Größe, Gewicht und andere Eigenschaften könnt ihr so problemlos mit anderen Produkten vergleichen.
| Frequenz | 2,4 GHz / 5 GHz |
| Unterstützte WLAN-Standards | IEEE 802.11ac/a/b/g/n |
| Datenrate | 600/1300 MBit/s |
| Ethernet-Anschluss | 10/100/1000 |
| USB-Anschluss | 1x USB 3.0 Host |
| Verschlüsselung | WPA2-PSK |