Gmail im Test: Top-Freemailer, doch manche Schwächen verwundern
Zu den weltweit beliebtesten Freemailern zählt Gmail. Im Test zeigt der Dienst, warum er so beliebt ist. Manche Schwächen überraschen uns jedoch.
Gmail im Test
Testsieger mit hauchdünnem Vorsprung
Mit Gmail bietet Google einen der besten Freemailer an, die es derzeit gibt. Es ist so angenehm, dass keine Werbung angezeigt wird und das Design gefällt auch. Der E-Mail-Dienst ist leicht zu bedienen und mit anderen praktischen Google-Apps verknüpft. Enttäuscht sind wir allerdings vom Support-Umfang.
Das hat uns gefallen
- Keine Werbung
- Leicht zu bedienen
- 15 Gigabyte Speicher
- KI Gemini hilft beim Schreiben
Das hat uns nicht gefallen
- Wenig Supportoptionen
- Keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
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Google führt den Markt der Suchmaschinen unangefochten an und stellt darüber hinaus weltweit bekannte Apps wie YouTube, Google Maps oder Chrome zur Verfügung. Diese sind enorm beliebt, Milliarden Downloads kommen hier zusammen. Da wundert es kaum, dass Google auch ein kostenloses E-Mail-Programm (Freemailer) anbietet.
Die Nutzung von Gmail wird bereits bei der Einrichtung eines Android-Handys empfohlen und schon bei diesem Schritt entscheiden sich viele Menschen dazu, diesen Dienst zu verwenden. Insgesamt sind es derzeit 1,8 Milliarden. Neben dem Google-Kontozwang bei Android-Handys sprechen aber auch viele andere Gründe für das Anlegen eines Kontos bei Gmail.
Was sind die Vorzüge? Zunächst einmal bietet der Dienst mit 15 Gigabyte Speicherplatz ein üppiges Postfach. So großzügig wie Google sind viele Anbieter nicht. Die 15 Gigabyte werden nicht nur für euer Postfach verwendet, sondern mit Google Drive bietet der Dienst auch noch einen angeschlossenen Cloud-Speicher, in den ihr Dateien, die euch zugesendet werden geordnet ablegen könnt.
Keine Werbung zu sehen
Ein weiterer Vorteil: Gmail zeigt euch keine Werbung an, was natürlich angenehm ist und den Dienst von anderen Freemailern im Vergleich abhebt. Auf der Benutzeroberfläche erscheint kein Banner, nichts blinkt wild, schön!
Zwar schreibt Google auf der eigenen Webseite zum Dienst, dass personalisierte Werbung in Gmail angezeigt wird. Während unseres Tests haben wir allerdings nicht eine einzige Anzeige gesehen. Auch andere Nutzer von Gmail berichten in der Online-Community "Reddit", dass sie keine Werbung im Mailer vorfinden.
Werbung ist in Gmail theoretisch also möglich, doch da sie im Test nicht zu sehen ist und bei anderen Freemailern umgehend, bewerten wir nach der aktuellen Testlage, dass keine Werbung vorhanden ist.
Einrichtung
Das ist natürlich nicht alles, was Gmail zu bieten hat und deshalb schauen wir uns den Freemailer etwas genauer an. So schnell wie gedacht ist dieser zunächst nicht eingerichtet. Starten wir den Registrierungsprozess, befinden wir uns erst nach 16 Schritten beziehungsweise Einblendungen im Postfach. Das geht bei anderen Anbietern schneller. Auf diesem Weg dorthin geben wir etwa persönliche Daten an, zum Beispiel den Namen, das Geburtsdatum und das Geschlecht.
Design und Bedienung
Die Oberfläche von Gmail ist hell, aufgeräumt und schlicht - egal ob nun im Browser oder in der Gmail-App. Links in der Spalte sind, wie es üblich ist bei E-Mail-Programmen in Browsern, grundlegende Funktionen zu finden, etwa der Posteingang, Spam, Chat, der Papierkorb oder Entwürfe. Zentriert oben ist ein Suchfeld, oben rechts geht es zu den Einstellungen.
Schnell wird ersichtlich, wie andere Google-Dienste wie etwa Google Chat, Google Meet oder der Kalender in Gmail integriert sind. Mit einem Google-Konto bekommt ihr eben Zugriff auf ein größeres Paket an Funktionen - hier ist vieles miteinander verwoben. In der Spalte rechts neben den angezeigten E-Mails seht ihr etwa den Google Kalender, in den ihr wichtige Termine eintragt.
Einstellungen sind unübersichtlich
All das ist schnell erblickt und angeklickt, der Zugriff auf die Einstellungen gefällt uns allerdings nicht so sehr. Nach einem Klick auf das Zahnradsymbol öffnen sich die Schnelleinstellungen, bei denen man für den gesamten Überblick herunterscrollen muss - für Schnelleinstellungen sollte das eigentlich nicht nötig sein.
Die Schaltfläche für "Alle Einstellungen" könnte auch etwas sichtbarer sein. Dort gelangen wir in eine noch viel unübersichtlichere Übersicht diverser Einstellungen. Schön, dass es so viele Möglichkeiten zur Anpassung gibt, die Ansicht derer ist jedoch ein Graus. Sie ist völlig überladen und nötigt zu einer konzentrierten Suche nach einer bestimmten Funktion, was sich nicht intuitiv anfühlt. Die Abwesenheitsnotiz ist etwa weit unten in der Spalte "Allgemein" zu finden.
E-Mails schreiben
Wollt ihr eine neue Mail schreiben, öffnet sich zunächst einmal nur ein kleines Fenster rechts unten im Bild. Man kann es vergrößern, oder dauerhaft vergrößert einstellen. Das Schreiben und das Formatieren einer Nachricht fällt leicht und geht intuitiv von der Hand. Die Künstliche Intelligenz (KI) Gemini hilft dabei sogar zum Beispiel mit Vorschlägen zu Formulierungen. Ein angefangener Satz wird von Gemini etwa als Vorschlag automatisch fortgeführt - praktisch!
Anhänge (bis 25 Megabyte) lassen sich auch per Drag and Drop hineinziehen. Alles, was größer ist, wird in den erwähnten Cloud-Speicher verschoben. Der Empfänger erhält dann einen Link, über den er sich die Datei herunterladen kann. Sehr positiv ist zu vermerken: E-Mails werden unbegrenzt lange gespeichert.
Auch in der Gmail-App lassen sich E-Mails schnell schreiben und abschicken. Unterwegs könnt ihr also auch problemlos Nachrichten versenden.
Mit der Darstellung des E-Mail-Threads, also der Abfolge einer E-Mail sowie aller darauf folgenden Antworten, sind wir nicht so zufrieden. Die einzelnen Nachrichten könnten stärker voneinander abgegrenzt sein, wie etwa das Kästchendesign bei Microsoft Outlook. Dort sieht das Ganze viel übersichtlicher aus.
Sortieren und verwalten, auch ohne Ordner
Füllt sich das Postfach nach und nach mit E-Mails, steigt das Bedürfnis nach Ordnung und Übersicht. Intuitiv wird nach einer Ordnerfunktion in der linken Menüspalte geschaut, doch es gibt sie nicht.
Google bietet statt einer Ordnerstruktur ein Label-System. So lässt sich ein Label erstellen wie zum Beispiel "Sport" und alle E-Mails, die das zugehörige Label erhalten, finden sich dann im entsprechenden "Label-Ordner" wieder. Nachrichten lassen aber auch per Drag and Drop in den Label-Ordner ziehen.
E-Mails lassen sich in einem gewissen Rahmen auch durch eine Sortierungsfunktion ordnen, etwa nach "gelesen/ungelesen" oder "markiert/nicht markiert". Was hier wirklich fehlt, sind zusätzliche Sortierungen nach Absender und Datum. Wer nach einem Zeitraum oder Absender sucht, müsste eher Filter beziehungsweise die Suchfunktion nutzen. Schade, dass Google dies nicht in der Sortierfunktion mit aufgenommen hat.
Sicherheit
In puncto Sicherheit will euch Google mit mehreren Vorzügen überzeugen. Demnach soll der Spam-Filter durch Künstliche Intelligenz optimiert sein und pro Minute zehn Millionen E-Mails abblocken, etwa Phishing-Mails und Nachrichten mit Malware.
Gmail bietet des Weiteren Zwei-Faktor-Authentifizierung für einen sicheren Login und Transport Layer Security (TLS) für die Verschlüsselung von E-Mails an.
Server, auf denen Nutzerdaten gespeichert werden, betreibt Google weltweit, aber eben auch in Europa. Sogar in Deutschland sind Datenzentren des US-amerikanischen Unternehmens zu finden. Einen Server wählen könnt ihr nur, wenn ihr das kostenpflichtige Workspace-Abo abschließt.
Datenschutzerklärung und AGBs
Bei der Datenschutzerklärung fällt auf, dass Google sehr viele persönliche Daten sammelt. "Die Auswertung zu Werbezwecken wird jedoch nicht explizit erläutert", bemängelt Thomas Brehm, Rechtsanwalt bei BBS Rechtsanwälte, der für Netzwelt die Datenschuterzklärung und die AGBs des Freemailers unter die Lupe genommen und bewertet hat. Hier sind er Verbesserungspotenzial.
Die Nutzungsbedingungen (AGBs) sind hingegen einigermaßen gut zugänglich, auch wenn ein Inhaltsverzeichnis hilfreich gewesen wäre. Google schreibt dort auch, dass das Unternehmen Inhalte eines Nutzerkontos löschen darf, wenn der Speicherplatz überschritten wird. Falls Nachrichten auf einmal verschwinden, könnte dies damit zusammenhängen.
Support
Gmail bietet eine Menge Funktionen und hier und da können sich gerade daraus auch mehr Fragen ergeben. Vieles erschließt sich nun einmal nicht von alleine und da sollte der offizielle Support helfen.
Es gibt ein FAQ mit einigen vermeintlich oft gestellten Fragen und Lösungsvorschlägen, doch das wird manchen wohl nicht reichen. Google verweist dann noch auf die Google Community und gibt damit das Problem einfach an andere weiter - gut für Google, weniger hilfreich für Leute, die Probleme mit dem Mailer haben.
Es gibt zwar noch ein Kontaktformular, das von Schwierigkeiten geplagte Personen ausfüllen können, doch es verwundert schon sehr, dass nicht zumindest noch ein helfender Chatbot in den Mailer eines der bekanntesten Tech-Unternehmen der Welt integriert wurde.
Fazit
Insgesamt punktet der Dienst mit einem überwiegend übersichtlichen Design ohne Werbung und einer intuitiven Handhabung. 15 Gigabyte Speicher reichen ebenfalls für den Alltag aus. Wer einen Freemailer sucht, für den kommt unser Testsieger Gmail völlig verdient in die engere Auswahl.
Gmail
Sagt euch nicht zu? Ihr sucht nach passenden Alternativen? Eine umfangreiche Liste an Gmail-Alternativen halten wir für euch in unserer Freemailer-Übersicht bereit.