Viel Handy und Ringlicht für wenig Geld
Poco X8 Pro im Test: Warum sich die Konkurrenz warm anziehen sollte

Mit kritischem Blick: Redakteur Michael Huch testet das Poco X8 Pro.
Foto: COMPUTER BILD / Christian Lohse
Uhr
Das Poco X8 Pro tritt mit starkem Akku, hellem OLED-Display und viel Tempo an. Im Test zeigt sich, ob das Xiaomi-Handy wirklich mehr kann als nur günstig sein.
Testfazit
Testnote
1,5
gut
Das Poco X8 Pro ist ein starkes Mittelklasse-Handy mit sehr hellem Display, langer Laufzeit und hohem Tempo. Die Verarbeitung ist gut und der Auftritt schlicht und modern.
Produkt-Bewertungen bei Amazon lesenPro
- Hohes Tempo
- Gute Akkulaufzeit
- Superhelles, scharfes Display
Kontra
- Kein kabelloses Laden
- Keine Telelinse
- Keine eSIM-Unterstützung
Poco ist wie Redmi eine Untermarke von Xiaomi. Über alle drei Marken hinweg bietet der chinesische Hersteller ein großes Portfolio von sehr günstigen Handys bis zu Geräten weit über 1.000 Euro. Irgendwo dazwischen ist die Poco-X-Serie anzusiedeln. Das große Poco X8 Pro Max sorgt in der 400-Euro-Klasse für richtig Stress, das kompaktere Poco X8 Pro mischt eine Etage tiefer die 300-Euro-Liga auf. In diesem Test erfahren Sie, warum sich die Konkurrenz warm anziehen sollte.
Poco X8 Pro (und Max)

Größenvergleich Poco X8 Pro und Poco X8 Pro Max.
Foto: COMPUTER BILD / Michael Huch
Das Poco X8 Pro ist mit 157,53x75,9x8,4 mm etwas handlicher als das X8 Pro Max (162,9x77,9x8,2 mm). Dafür hat das Max eine Bildschirmdiagonale von 6,83 Zoll und das Poco X8 Pro "nur" 6,59 Zoll. Ansonsten sind sie sich beim Design einig: abgerundete Kanten, modern, geradlinig, ohne Firlefanz. Der matte Metallrahmen und die satinierte Glasrückseite sorgen für eine angenehme Haptik. Beim X8 Pro strecken sich die beiden Kameralinsen einzeln aus der Rückseite, beim Max teilen sie sich ein Podest. Die X8-Pro-Serie ist nach IP68 vor Staub und Wasser geschützt. Der SIM-Kartenschacht nimmt zwei Nano-SIM-Karten auf. Wer eine eSIM nutzen möchte, muss zum Max greifen. Mit Xiaomi Offline Communication können Sie zwischen kompatiblen Geräten auch ohne Netzverbindung telefonieren – etwa in Gegenden mit schlechtem oder fehlendem Empfang, auf dem Land, in Parkhäusern oder an stark frequentierten Orten.

Das Poco X8 Pro hat eine Displaydiagonale von 6,59 Zoll. Das Poco X8 Pro Max bietet 6,83 Zoll.
Foto: COMPUTER BILD / Michael Huch
Superhelles OLED-Display
Das 6,59 Zoll große Display des Poco X8 Pro wird von Gorilla Glass 7i geschützt und von einem schmalen Rahmen eingefasst. Die OLED-Technik sorgt für kräftige Kontraste und lebendige Farben; HDR10+ und Dolby Vision werden ebenfalls unterstützt. Mit 2.756x1.268 Pixeln und einer Pixeldichte von 461 ppi ist die Darstellung sehr scharf. Oben mittig sitzt die kleine, kreisrunde Frontkamera mit einer Auflösung von 20 Megapixeln. Sie macht nicht nur Selfies, sondern ermöglicht auch das Entsperren per Gesichtserkennung. Alternativ steht ein unsichtbar ins Display integrierter Fingerabdrucksensor bereit, der selbst mit feuchten Fingern funktioniert. Und "AI Wet Touch 2.0" passt die Berührungsempfindlichkeit so an, dass sich das Poco auch bei Regen bedienen lässt.

Das Poco X8 Pro lässt sich dank sehr hoher Helligkeit auch im Freien gut ablesen (und abfotografieren).
Foto: COMPUTER BILD / Michael Huch
Von Haus aus passt das Poco X8 Pro die Bildwiederholrate automatisch an und wechselt je nach Inhalt zwischen sparsamen 60 Hertz und flüssigen 120 Hertz. Beide Werte lassen sich auf Wunsch auch fest einstellen. Poco verspricht für beide X8-Handys eine beeindruckende Spitzenhelligkeit von 3.500 Candela pro Quadratmeter – und löst dieses Versprechen auch im Labor ein: Mit Standardinhalten erreichte das Display 3.615 cd/m², HDR-Inhalte lagen mit 3.600 cd/m² ebenfalls auf einem Spitzenniveau und waren im Test sogar einen Tick heller als beim X8 Pro Max. Beide Pocos sind im Freien gut ablesbar.
Xiaomi Poco X8 Pro und M8 Pro im Vergleich
Poco X8 Pro | Poco X8 Pro Max | Poco M8 Pro 5G | Poco M8 5G | |
|---|---|---|---|---|
Display | 6,59 Zoll OLED | 6,83 Zoll OLED | 6,83 Zoll OLED | 6,77 Zoll OLED |
max. Frequenz / Peak Brightness | 120 Hz / 3500 Nits | 120 Hz / 3500 Nits | 120 Hz / 3200 Nits | 120 Hz / 3200 Nits |
Gorilla Glass 7i, Wet-Touch Display 2.0, HDR10+ | Gorilla Glass 7i, Wet-Touch Display 2.0, HDR10+ | Gorilla Glass Victus 2 | High-durability display glass | |
Auflösung | 2756 x 1268 Pixel | 2772 x 1280 Pixel | 2772 x 1280 Pixel | 2392 x 1080 Pixel |
Maße in mm | 157,33 x 75,19 x 8,38 | 162,9 x 77,9 x 8,2 | 163,4 x 78,3 x 8,3 | 164 x 75,4 x 7,4 |
Gewicht | 202 g | 218 g | 206 g | 178 g |
Staub/Wasserschutz | IP68 | IP68 | IP66/68 | IP65 |
CPU | MediaTek Dimensity 8500 Ultra | MediaTek Dimensity 9500s | Qualcomm Snapdragon 7s Gen 4 | Snapdragon 6 Gen 3 |
GPU | Mali-G720 MC8 | Immortalis-G925 MC11 | Adreno | Adreno |
Akku | 6500 mAh | 8500 mAh | 6500 mAh | 5520 mAh |
Ladetempo max. / Reverse | 100 Watt / 27 Watt | 100 Watt / 27 Watt | 100 Watt / 22,5 Watt | 45 Watt / 18 Watt |
Kamera / Ultraweitwinkel / Tele / Makro / Deep | 50 MP / 8 MP / - / - / - | 50 MP / 8 MP / - / - / - | 50 MP / 8 MP / - / - / - | 50 MP / - / - / - / 2 MP |
Frontkamera | 20 MP | 20 MP | 32 MP | 20 MP |
5G / NFC / Bluetooth | ja / ja / 6.0 | ja / ja / 6.0 | ja / ja / 5.4 | ja / ja / 5.1 |
Besonderheit | WiFi 6, Ringlicht | WiFi 7, Ringlicht | Xiaomi Offline Communication | - |
(Dual-)SIM | 2 nanoSIM | 2 nanoSIM oder nanoSIM + eSIM | 2 nanoSIM | Hybrid: 2 nanoSIM (oder nanoSIM + microSD) |
Speichergröße | 8+256 / 8+512 / 12+512 GB | 12+256 / 12+512 GB | 8+256 / 12+512 GB | 8+256 / 8+512 GB |
Preis (UVP) zum Start | 399,90 / 449,90 / 479,90 Euro | 529,90 / 579,90 Euro | 349,90 / 399,90 Euro | 269,90 / 299,90 Euro |
Mini-Party

Sowohl das Poco X8 Pro (oben) als auch das Poco X8 Pro Max verfügen über ein achtfarbiges LED-Ringlicht.
Foto: COMPUTER BILD / Michael Huch
Das dynamische RGB-Ringlicht um die beiden Kameralinsen ermöglicht individuell anpassbare Lichteffekte in verschiedenen Szenarien. Acht Farben stehen zur Wahl und lassen sich bei eingehenden Anrufen, App-Benachrichtigungen oder während des Ladevorgangs aktivieren. Zudem lässt sich der Effekt mit Szenarien wie Gaming oder Musikwiedergabe synchronisieren. Die Helligkeit ist ebenfalls regelbar. Ein schöner Hingucker, von dem Sie nicht erwarten dürfen, dass er eine echte Party beleuchtet.
Immer schnell genug
Pocos X-Serie ist wesentlich leistungsfähiger als die M-Serie und orientiert sich eher in Richtung der F-Modellreihe. Zwar kommt das Poco X8 Pro nicht an das noch schnellere Poco X8 Pro Max heran, aber der MediaTek Dimensity 8500 Ultra schrammt insgesamt nur ganz knapp an einer sehr guten Temponote vorbei. Das Bedientempo ist sehr gut, die reine Rechenleistung langt mit einem Antutu-Wert von 2,28 Millionen Punkten auch für anspruchsvolle Spiele. Laut Hersteller sorgt das "3D-Zweikanal-IceLoop-Kühlsystem" mit einer Fläche von 5.300 mm² für eine Absenkung der SOC-Temperatur von 3º C.
Benchmark-Vergleich
3DMark Wildlife Extreme | Geekbench 6 Multicore | Geekbench AI Single Precision Score | Geekbench AI Half Precision Score | Geekbench AI Quantized Score | Real Pi | |
|---|---|---|---|---|---|---|
Poco F8 Ultra | 6.937 | 10.575 | nicht möglich | nicht möglich | nicht möglich | 1,12 |
Poco F8 Pro | 6.308 | 8.461 | 2.570 | 2.494 | 4.341 | 1,11 |
Poco X8 Pro Max | 5.933 | 8.030 | 1.885 | 2.090 | 2.735 | 1,28 |
Poco X8 Pro | 4.294 | 6.312 | 1.149 | 1.151 | 1.589 | 1,39 |
Poco X7 Pro | 4.004 | 6.148 | 1.618 | 1.639 | 2.433 | 1,45 |
Poco M8 Pro | 1.058 | 3.249 | 960 | 1.052 | 2.016 | 1,74 |
Poco X7 | 849 | 2.928 | 925 | 918 | 2.110 | 1,64 |
Riesen-Akku mit starker Laufzeit
Das Poco X8 Pro Max hat mit 8.500 Milliamperestunden Kapazität und 19:31 Stunden Dauerlaufzeit im COMPUTER BILD-Handy-Akkutest einen neuen Laufzeit-Rekord aufgestellt und ist damit die aktuelle Referenz. Kein Handy hat bisher länger durchgehalten. Mit 6.500 mAh stellt das Poco X8 Pro zwar keinen neuen Rekord auf, aber mit einer Dauernutzungszeit von 15:23 Stunden hält es solange durch wie Apples Rekordlangläufer iPhone 17 Pro (15:23 Std.) und länger als die Nummer eins der Smartphone-Bestenliste Samsung Galaxy S26 Ultra (15:12 Std.) oder den starken Schwippschwager Poco F8 Pro (15:06 Std.).
Auch das Ladetempo kann sich sehen lassen. Nach 15 Minuten war der leere Akku im Test wieder bei 26 Prozent, nach 30 Minuten bei 53 Prozent und nach 60 Minuten bei 99 Prozent. Nur dass es kein kabelloses Laden gibt, drückt auf die Akkunote. Aber diesen Komfort bietet auch das X8 Pro Max nicht. Als Entschädigung können Sie andere Geräte per USB-C-zu-USB-C-Kabel mit bis zu 27 Watt laden.
OS und KI-Funktionen
Das Poco X8 Pro Max kommt mit HyperOS 3, das auf Android 16 basiert. Poco verspricht fünf Jahre System-Updates sowie Sicherheitsupdates bis 2032. Weniger erfreulich: Wer bei der Einrichtung nicht aufpasst, installiert schnell eine ganze Reihe unerwünschter Apps. Mit an Bord sind Google Gemini, Circle to Search und Xiaomis KI App Boost, der unter anderem dynamische KI-Hintergründe erstellt. Für Fotos stehen zahlreiche Filter und Bearbeitungsfunktionen bereit. So lassen sich etwa der Himmel austauschen, störende Objekte entfernen, Bildausschnitte erweitern oder niedrig aufgelöste Fotos per KI in Ultra-HD-Bilder umwandeln.
KI-Schreiben optimiert und erweitert Texte, während die KI-Spracherkennung gesprochene Inhalte transkribiert, verschiedene Sprecher erkennt, Inhalte zusammenfasst und übersetzt. Die KI-Übersetzung überträgt Gespräche zwischen zwei Personen sogar offline. Der KI-Dolmetscher übersetzt Telefonate und Konferenzen live über eine seitliche Toolbox, während KI-Untertitel Transkripte und Übersetzungen von Videos erstellen.
Kameraausstattung und Foto-Beispiele

Foto: COMPUTER BILD / Michael Huch
Die Kameraausstattung im Überblick:
- 50 MP Hauptkamera (f/1.5; Sony IMX882 1/1,95", OIS; 1,6 µm 4-in1-Pixel)
- 8 MP Ultraweitwinkel (f/2.2)
- 20 MP Frontkamera (f/2.2)
Die Ultraweitwinkellinse liefert ordentliche Bilder, die sich praktisch nicht von denen des Poco X8 Pro Max unterscheiden.

Beispielfoto Ultraweitwinkel (16 mm). Aufgenommen mit dem Poco X8 Pro. Die Originalaufnahme hat eine Auflösung von 3.264x2.448 Pixeln (8 MP).
Foto: COMPUTER BILD / Michael Huch

Detailvergleich eines Bildausschnitts einer Ultraweitwinkelaufnahme. Hier gibt es kaum Unterschiede.
Foto: COMPUTER BILD / Michael Huch
Obwohl die Hauptkamera mit 50 beziehungsweise 12,5 MP die gleiche Auflösung wie im X8 Pro Max hat, kommt ein anderer Bildsensor zum Einsatz. Wer die volle Auflösung nutzen möchte, kann im Menü "Ultra HD" auswählen. Dann ist kein Zoomen mehr möglich.

Beispielfoto Hauptkamera (26 mm). Aufgenommen mit dem Poco X8 Pro. Die Originalaufnahme hat eine Auflösung von 4.096x3.072 Pixeln (12,5 MP).
Foto: COMPUTER BILD / Michael Huch

Detailvergleich eines Bildausschnitts in der Standardeinstellung (nach Pixel-Binning) bei einfacher Vergrößerung vom Poco X8 Pro und Poco X8 Pro Max. Bei genauem Hinsehen bietet das X8 Pro Max etwas mehr Details und Farbabstufungen.
Foto: COMPUTER BILD / Michael Huch
Aufnahmen mit zweifacher Vergrößerung gelingen im Standardmodus ohne digitale Interpolation und liefern eine noch recht ordentliche Bildqualität.

Beispielfoto Zweifach-Zoom (52 mm). Aufgenommen mit dem Poco X8 Pro. Die Originalaufnahme hat eine Auflösung von 4.096x3.072 Pixel (12,5 MP).
Foto: COMPUTER BILD / Michael Huch
Mangels Telelinse nimmt die Qualität mit zunehmender Zoomstufe merklich ab.

Beispielfoto Fünffach-Zoom (130 mm). Aufgenommen mit dem Poco X8 Pro. Die Originalaufnahme hat eine Auflösung von 4.096x3.072 Pixel (12,5 MP).
Foto: COMPUTER BILD / Michael Huch
Schon bei zehnfacher Vergrößerung zieht Poco die Grenze. Nicht zu spät, denn die Fotoqualität leidet dann schon sichtbar.

Beispielfoto Zehnfach-Zoom (260 mm). Aufgenommen mit dem Poco X8 Pro. Die Originalaufnahme hat eine Auflösung von 4.096x3.072 Pixel (12,5 MP).
Foto: COMPUTER BILD / Michael Huch
Die Analyse- und Sichttestergebnisse auf dem Fotomessstand unterstreichen die Praxis-Eindrücke: Fotos sind bei Tageslicht und bei schlechter Beleuchtung "sehr gut". Telefotos bei vierfacher Vergrößerung gelingen gut. Trotz anderem Sensor liegt die Hauptkamera des Poco X8 Pro unter dem Strich sogar ganz knapp vor dem X8 Pro Max. Auf die Note drückt nur der schlechte Schärfeeindruck bei Selfies unter schlechter Beleuchtung und die etwas zittrige Stabilisierung bei Videos.
Preis und Farben

Das Poco X8 Pro gibt es in Grün, Weiß und Schwarz.
Foto: Poco
Das Poco X8 Pro gibt es in Grün, Weiß und Schwarz (und in einer Iron Man Edition). Zur Wahl stehen drei Speichergrößen. Poco setzt auf schnellen LPDDR5X-Arbeitsspeicher und UFS-4.1-Speicher. Eine Speichererweiterung ist nicht möglich. Die UVP ist eher als Orientierung zu verstehen, denn selbst im Xiaomi-eigenen Store ist das Poco X8 Pro günstiger erhältlich.
- Poco X8 Pro (8/256 GB): 399,90 Euro (Mi.com-Shop-Preis: 318,99 Euro)
- Poco X8 Pro (8/512 GB): 449,90 Euro (Mi.com-Shop-Preis: 351,99 Euro)
- Poco X8 Pro (12/256 GB): 479,90 Euro (Mi.com-Shop-Preis: 384,99 Euro)

Im Lieferumfang ist eine softe Schutzhülle, Papierkram und ein Ladekabel.
Foto: COMPUTER BILD / Michael Huch
Testfazit: Poco X8 Pro
Das Poco X8 Pro ist ein starkes Mittelklasse-Handy mit sehr hellem Display, guter Kamera, langer Laufzeit und hohem Tempo. Schwächen gibt es beim fehlenden kabellosen Laden oder bei Telefotos – doch beides ist typisch für die Preisklasse. Insgesamt bietet das Poco X8 Pro ein dermaßen starkes Preis-Leistungs-Paket, dass das Poco M8 Pro seinen Meister unter 300 Euro gefunden hat. Wer es lieber etwas größer hätte oder eSIM-Unterstützung braucht, sollte sich das Poco X8 Pro Max ansehen, welches noch mehr Tempo und Ausdauer bietet, aber dafür auch rund 100 Euro teurer ist.