Steffen Zellfelder
Autor, PC-WELT

Fritzbox zurücksetzen: So geht’s richtig – und wann Sie es wirklich brauchen

How-to
10. Aug. 2026

Ihre Fritzbox macht Probleme, das Passwort ist weg oder der Router soll den Besitzer wechseln? Ein Neustart reicht oft aus – in manchen Fällen führt aber kein Weg an den Werkseinstellungen vorbei. Wir zeigen, welcher Reset wann sinnvoll ist und wie Sie Ihre Fritzbox sicher zurücksetzen.

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Fritzbox 7630
Quelle: Fritz

Eine Fritzbox läuft oft jahrelang zuverlässig – bis plötzlich das WLAN instabil wird, der Router nach einem Update nicht mehr startet oder man das Passwort für die Benutzeroberfläche vergisst. Viele Nutzer greifen dann intuitiv zum harten Werksreset, dabei ist das nicht immer die beste Lösung.

In vielen Fällen genügt ein einfacher Neustart. Die Werkseinstellungen bedeuten hingegen einen Neuanfang: Dabei löscht die Fritzbox sämtliche individuellen Einstellungen und kehrt in den Auslieferungszustand zurück.

Bevor Sie Ihrer Fritzbox einen Reset verpassen, sollten Sie deshalb klären, welcher Weg in Ihrem Fall sinnvoll ist und ob Sie sich die Mühe, die mit dem vollständigen Zurücksetzen verbunden ist, wirklich machen müssen.

Schnelltest: Neustart oder Werkseinstellungen?

ProblemWelcher Reset hilft?💡 Empfohlener Lösungs-Weg
WLAN sehr langsam oder bricht abNeustart reicht oft schonRouter für 30 Sekunden vom Strom trennen. Das beseitigt viele temporäre Verbindungsprobleme.
Passwort für die Benutzeroberfläche vergessenWerksreset (unumgänglich)“Kennwort vergessen”-Funktion nutzen oder Reset erzwingen.
Gebrauchte Fritzbox gekauft / verkauftWerksreset (dringend empfohlen)Werkseinstellungen laden (löscht alle Vorbesitzer-Daten zwecks Datenschutz).
Fritzbox hängt in einer Neustart-SchleifeWerksresetWenn ein normales Update fehlschlägt, hilft oft nur der harte Werksreset.
Anbieterwechsel (z.B. von DSL auf Glasfaser)Reset meist nicht erforderlichNeue Zugangsdaten unter Internet → Zugangsdaten eintragen und die Verbindung einrichten.

Hinweis: Ein Reset löscht keine Fritzbox-Firmware und installiert auch keine neue Software. Er entfernt lediglich alle persönlichen Einstellungen. Aus diesem Grund sollten Sie vorher prüfen, ob ein einfaches Ausschalten und Wiedereinschalten bereits ausreicht.

Läuft Ihre Fritzbox mit einer älteren Version von FritzOS, kann auch ein einfaches Update viele Fehler aus der Welt schaffen. Wie Sie die Router-Software aktualisieren, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Vor dem Reset: Sichern Sie Ihre Einstellungen

Foundry

Ein Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen ist schnell erledigt – die Folgen sollten Sie aber nicht unterschätzen. Die Fritzbox löscht dabei nicht nur das WLAN-Passwort, sie entfernt auch sämtliche persönlichen Anpassungen. Dazu gehören unter anderem eingerichtete Telefonverbindungen, Portfreigaben, VPN-Zugänge oder Verknüpfungen mit Smart-Home-Geräten.

Bevor Sie den Reset starten, lohnt sich deshalb eine Sicherung der aktuellen Konfiguration. Diese finden Sie in der Fritzbox-Oberfläche unter System → Sicherung → Einstellungen oder Telefonie-Daten sichern. Die gespeicherte Datei können Sie später am gleichen Ort wieder einspielen und müssen den Router nicht komplett neu einrichten.

Besonders wichtig ist die Sicherung, wenn Sie die Fritzbox über Jahre angepasst haben. Viele kleine Änderungen geraten im Alltag schnell in Vergessenheit: etwa spezielle WLAN-Einstellungen, Regeln für einzelne Geräte oder Freigaben für Anwendungen.

Falls Sie dagegen eine gebrauchte Fritzbox übernommen haben oder das Gerät verkaufen möchten, ist ein vollständiger Reset genau der richtige Weg. Nur so stellen Sie sicher, dass keine persönlichen Daten des vorherigen Besitzers auf dem Router verbleiben.

Passwort vergessen? Diese Rettungswege gibt es

Foundry

Ein vergessenes Fritzbox-Passwort bedeutet nicht automatisch, dass der Router verloren ist. AVM hat mehrere Sicherheitsmechanismen eingebaut, mit denen sich der Zugriff wiederherstellen lässt.

Auf der Anmeldeseite der Fritzbox befindet sich der Link „Kennwort vergessen?“. Darüber können Sie je nach vorheriger Konfiguration (beispielsweise über den Push-Service oder eine Wiederherstellung der Werkseinstellungen) erneut Zugriff erhalten.

Falls die Fritzbox nicht mehr über fritz.box erreichbar ist, hilft in vielen Fällen die Notfall-IP-Adresse:

169.254.1.1

Damit lässt sich die Benutzeroberfläche auch dann öffnen, wenn die normale Namensauflösung im Heimnetz nicht mehr funktioniert. Tipp: Verbinden Sie Ihren Computer dafür am besten direkt per LAN-Kabel mit der Fritzbox, weil der Aufruf per WLAN bei Netzwerkproblemen fehlschlagen kann. Hier lesen Sie, wie Sie bei einem verlorenen Passwort bei der Fritzbox am besten vorgehen.

Fritzbox über FritzOS zurücksetzen

Foundry

Der normale und von AVM vorgesehene Weg führt über die Benutzeroberfläche. Öffnen Sie dazu im Browser fritz.box, melden Sie sich an und wechseln Sie in den Bereich:

System → Sicherung → Werkseinstellungen laden

Dort können Sie den vollständigen Reset starten. Bevor alle Einstellungen gelöscht werden, verlangt FritzOS hier noch eine zusätzliche Bestätigung. Je nach Einrichtung erfolgt diese beispielsweise über ein angeschlossenes Fritzfon (wie etwa das C6 oder X6) – oder direkt über eine Taste am Gerät.

Nach der Bestätigung startet die Fritzbox neu und kehrt in den Auslieferungszustand zurück. Anschließend müssen Sie den Router wieder wie ein neues Gerät einrichten.

Profi-Tipp: Fritzbox ohne Passwort zurücksetzen

Wenn der Zugriff auf die Oberfläche nicht mehr möglich ist, gibt es einen zweiten Weg, den Werk-Reset zu erzwingen. Dazu trennen Sie die Fritzbox zunächst für 30 Sekunden vom Strom und schließen sie anschließend wieder an. Das funktioniert natürlich nur, wenn Sie physischen Zugriff auf das Gerät haben – ein sinnvoller Sicherheitsmechanismus von AVM.

Nach dem Neustart öffnen Sie innerhalb von zehn Minuten die Adresse fritz.box im Browser und wählen auf der Anmeldeseite den Punkt „Kennwort vergessen?“. Dort können Sie die Wiederherstellung der Werkseinstellungen starten. Das klappt bei vielen aktuellen Fritzbox-Modellen, wenn der Zugriff auf die Oberfläche nicht mehr möglich ist.

Diese Methode ist besonders praktisch, wenn Sie eine Fritzbox übernommen haben oder das Zugangspasswort des Vorbesitzers nicht kennen.

Reset per Telefon-Code: Ein versteckter Notfallweg

Eine Besonderheit vieler Fritzbox-Modelle ist die Möglichkeit, den Reset auch über ein angeschlossenes Telefon auszulösen. Wer noch ein direkt verbundenes Festnetztelefon besitzt, kann dafür folgenden Code wählen:

#991*15901590*

Nach dem Auflegen startet die Fritzbox den Vorgang und setzt sich nach einigen Minuten auf die Werkseinstellungen zurück.

Dieser Weg ist vor allem dann interessant, wenn die Benutzeroberfläche nicht erreichbar ist und andere Wiederherstellungsmöglichkeiten nicht funktionieren. Über ein Smartphone oder eine beliebige Telefon-App lässt sich der Code allerdings nicht nutzen.

Das ist übrigens nur eine von vielen Fähigkeiten, die moderne Festnetztelefone an Bord haben.

Nach dem Reset: Die wichtigsten Einstellungen erneut vornehmen

Nach einem erfolgreichen Reset verhält sich die Fritzbox wieder wie ein neues Gerät. Die Grundeinrichtung führt Sie durch die wichtigsten Schritte, trotzdem sollten Sie einige weitere Einstellungen ins Auge fassen.

Nach den Zugangsdaten Ihres Internetanbieters gehören dazu etwa die gewünschte WLAN-Konfiguration sowie Informationen zu Telefonanschlüssen, falls Sie die Fritzbox für Festnetz oder DECT-Telefone verwenden.

Auch individuelle Einstellungen wie Mesh-Verbindungen, Smart-Home-Geräte oder Portfreigaben müssen anschließend erneut eingerichtet werden. Bei einem einfachen DSL-Anschluss ist das oft schnell erledigt. Bei Glasfaser- oder speziellen Provider-Anschlüssen können einige zusätzliche Angaben notwendig sein, beispielsweise eine Anschlusskennung oder Fiber-ID.

Warum Fritzboxen keinen Reset-Knopf haben

Auch aktuelle Modelle wie die Fritzbox 5690 Pro unterscheiden sich beim Zurücksetzen grundsätzlich nicht von älteren Geräten. Die Menüs von FritzOS sind ähnlich – ein willkommener Vorteil für Nutzer, die von einer älteren Fritzbox wechseln.

Eine Besonderheit sorgt allerdings regelmäßig für Verwirrung: Viele Fritzbox-Modelle besitzen keinen klassischen Reset-Knopf mit einem kleinen Loch für eine Büroklammer, wie er bei zahlreichen anderen Routern üblich ist. AVM setzt stattdessen auf sichere Reset-Wege über die Software oder Wiederherstellungsfunktionen.

Das verhindert, dass die Fritzbox versehentlich durch einen Tastendruck zurückgesetzt wird, und schützt gleichzeitig vor unbefugten Änderungen.

Fazit

Eine Fritzbox zurückzusetzen ist kein komplizierter Vorgang. Es ist aber wichtig, den richtigen Reset für das jeweilige Problem zu wählen. Bei langsamen Verbindungen oder kleinen Fehlern reicht oft ein einfacher Neustart. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber, wie Sie Ihre Fritzbox beschleunigen können. Die Werkseinstellungen sollten nur dann zum Einsatz kommen, wenn andere Lösungen nicht helfen, der Zugriff verloren gegangen ist oder das Gerät den Besitzer wechselt.

Wer vor dem Zurücksetzen eine Sicherung erstellt und die wichtigsten Zugangsdaten bereithält, spart sich anschließend viel Arbeit. Ein vergessenes Passwort bedeutet übrigens nicht zwangsläufig, dass Sie die Fritzbox komplett neu aufsetzen müssen. Oft genügt einer der integrierten Wiederherstellungswege von FritzOS, um den Zugriff zurückzuerlangen.

vgwort