Eugen Wegmann
Redakteur, Macwelt

Civilization 7 für Mac im Test – gute Performance, durchwachsenes Spielerlebnis

Test
25. Feb. 2025

Civilization 7 ist der erste große Titel des Jahres für den Mac. So spielt sich das Strategiespiel!

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civ 7 mac test hero
Quelle: Eugen Wegmann

Auf einen Blick

Unsere Wertung

Pro

  • Schönstes Civ aller Zeiten
  • Hohe Grafikeinstellungen auf mittelstarken Macs möglich
  • Hebt sich deutlich von Vorgängern ab

Kontra

  • Oberfläche wirkt unfertig
  • Detailgrad macht es etwas unübersichtlich
  • Kein „Nur noch eine Runde…“ mehr

Fazit

„Civilization 7“ sieht auf dem Mac gut aus und läuft weitestgehend flüssig. Das Spielprinzip macht Spaß, doch in der siebten Iteration hat es der Entwickler Firaxis so stark verändert, dass Genre-Veteranen sich mehr als bei vorherigen Teilen neu orientieren müssen – und zwar ohne Tutorial.

Grundsätzlich ist „Civilization 7“ sehr gut spielbar und macht Spaß, an manchen Stellen sieht das Spiel aber ungewohnt unfertig aus, insbesondere beim lieblos gestalteten Interface. Es fehlt der Feinschliff, der normalerweise in den letzten 2–3 Monaten der Entwicklungszeit gemacht wird, weshalb es den Anschein erregt, dass „Civilization 7“ voreilig veröffentlicht worden ist.

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Mit „Civilization 7“ ist am 11. Februar 2025 der erste große Titel des Jahres für den Mac erschienen. Bemerkenswert daran ist, dass der siebte Teil der alteingesessenen Strategiespielreihe erstmals zur selben Zeit für macOS erscheint wie für Windows und andere Plattformen. Ein Grund mehr, es sich einmal im Detail anzusehen, besonders im Hinblick auf die schlechten Nutzerbewertungen auf Steam.

Grafik & Darstellung

  • Hohe Grafikeinstellungen auf mittelstarken Macs
  • Hoher Detailgrad schadet etwas der Übersichtlichkeit
  • Oberfläche wirkt unfertig

„Civilization 7“ ist zweifelsohne das schönste Civ aller Zeiten, aber das liegt auch irgendwie in der Natur der Sache, dass Spiele mit jedem neuen Teil besser aussehen. Gerade bei Strategiespielen ist das ehrlich gesagt aber nicht ganz so wichtig, da man in der Regel relativ weit von den Einheiten und den Gebäuden rauszoomt. Wer will, kann die Kamera aber auch ganz nah an Einheiten und Bezirke fahren und wird mit sehr detailreichen Modellen belohnt. Auch die kleinen Clips, die bei der Fertigstellung von Wundern laufen, sehen hübsch aus.

Eugen Wegmann

Das größte Problem meiner Meinung nach ist, dass der Detailgrad und die Effekte von „Civilization 7“ fast schon so stark sind, dass das Ganze schnell unübersichtlich wird. Ob Civ 7 in diesem Punkt noch gerade so eine Punktlandung macht oder schon darüber ist, ist sicherlich Geschmackssache.

Ebenfalls Geschmackssache ist mindestens seit dem fünften Teil der Stil der Anführer einer Zivilisation. Im siebten Teil sind die 3D-Modelle, die im Hauptmenü und in Diplomatiebildschirmen zu sehen sind, wieder deutlich realistischer als in vergangenen Teilen, die statischen, zweidimensionalen Darstellungen, beispielsweise im Ladebildschirm, sind eher im Aquarellstil gehalten.

Eugen Wegmann

Das größte Problem von „Civilization 7“ zu Release ist die Benutzeroberfläche, die in vielen Teilen einfach unfertig aussieht. Das Hauptmenü sieht noch gut aus, die Einstellungen auch, und dann wird es sehr durchwachsen, gelinde gesagt. An vielen Stellen sind unterschiedliche Schriftarten in unterschiedlicher Größe zu sehen, die eigentlich gleich sein sollten. Die Pfeile im Technologiebaum haben merkwürdige Ecken und Kanten, wo eigentlich ein glatter Verlauf sein sollte. Manche Schriftzüge sind zu groß für die dazugehörigen Schaltflächen und hängen drüber.

Eugen Wegmann

Im Spiel selbst sind viele Symbole so klein, dass es selbst mit Maus und Tastatur manchmal eine Herausforderung darstellt, das richtige Element auszuwählen.

Für Civ-Veteranen ist das eine sehr ungewohnte Situation, vor allem für diejenigen, die sich für weit über 100 Euro die Version mit Frühzugang gekauft haben, denn so unfertig hat bisher noch kein „Civilization“-Teil ausgesehen. Im Vergleich zu manch anderen Titeln, die in den vergangenen Jahren in desolatem Zustand erschienen sind, gehört Civ 7 aber trotzdem zu den besseren Releases – die größten Macken sind nur oberflächlich.

Entwickler Firaxis hat immerhin bereits angekündigt, die gröbsten Fehler an der Benutzeroberfläche im Verlauf des Frühjahrs zu beheben, und in den ersten paar Updates seit der Veröffentlichung sieht man schon die ersten Verbesserungen.

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Gameplay

  • Viel Neues auch für Veteranen
  • Mechaniken werden nicht gut erklärt
  • Kein „Nur noch eine Runde…“ mehr

Auf den ersten Blick hat sich zu den bisherigen Teilen nichts verändert. Ziel ist es immer noch, eine Zivilisation auf einer Weltkarte, seit „Civilization 5“ bestehend aus Sechsecken, über mehrere Epochen auf unterschiedliche Weise zum Sieg zu führen. Es handelt sich immer noch um ein rundenbasiertes Strategiespiel, Sie haben also alle Zeit der Welt, bis Sie Ihren nächsten Zug machen – zumindest, wenn Sie gegen den Computer spielen.

Im Detail hat Entwickler Firaxis jedoch so viel umgekrempelt, wie schon lange nicht. Handwerker wurden wegrationalisiert und ihre Geländeverbesserungen komplett in die Stadtansicht integriert. Siedler gründen jetzt Gemeinden, die zunächst nur durch Geld und/oder Wachstum vergrößert werden und Einheiten ausbilden können, und nicht mehr durch Produktion. Dafür muss man sie erst mit Geld in eine Stadt umwandeln.

Eugen Wegmann

Die Diplomatieressource Einfluss ist wichtiger geworden und wird nun für sämtliche diplomatischen Handlungen benötigt, zu denen nun auch Spionage gehört; dafür gab es zuletzt eigene Einheiten. Religion wurde wieder etwas heruntergedampft und hat keine eigene Ressource mehr.

Es sind Änderungen wie diese, wegen deren „Civilization 7“ einem irgendwie bekannt vorkommt, aber selbst vom letzten Teil weit entfernt ist. Das Problem ist, dass Civ 7 sich keine allzu große Mühe gibt, die Änderungen zu erklären und man darauf angewiesen ist, sich alles selbst zusammenzupuzzeln. Wer irgendwann einmal neu in die „Civilization“-Reihe eingestiegen ist, wird sich an dieses Gefühl der Überwältigung vielleicht noch erinnern. Jetzt können Sie es wiederholen.

Eugen Wegmann

Die wohl größte Veränderung betrifft aber den Spielablauf. Während die einzelnen Epochen in vorherigen Teilen weitestgehend nahtlos ineinander übergingen und nur neue Einheiten und Technologien mit sich brachten, macht „Civilization 7“ nach jeder Epoche – derer nur noch drei – einen deutlich härteren Schnitt, bei dem alle laufenden Aktionen beendet werden. Das betrifft nicht nur Forschung und Diplomatie, sondern auch laufende Kriege – diese enden dann einfach ohne Konsequenzen.

Außerdem müssen Sie in jeder Epoche eine neue Zivilisation wählen, die auf der vorherigen aufbaut. Wenn Sie das Spiel beispielsweise mit dem Römischen Reich beginnen, bleibt es nicht bis zum Spielende das Römische Reich. Nach der ersten Epoche, der Antike, müssen Sie beispielsweise wählen, ob Sie im Zeitalter der Erkundung mit den Normannen oder mit Spanien weiterspielen – Nationen, die historisch aus dem Römischen Reich hervorgegangen sind. Beim Übergang von Erkundung zur Moderne gibt es eine ähnliche Wahl. Allerdings bleibt der Anführer immer derselbe.

Diese Änderung wurde ziemlich kontrovers angenommen, denn durch den harten Schnitt und den Zivilisationswechsel kann es sich beim Epochenwechsel einerseits anfühlen, als hätte man sämtlichen Fortschritt verloren und müsse von neu anfangen. Da sich die Anzahl der Epochen verringert hat, bringt diese Änderung andererseits viele Möglichkeiten mit, den Spielplan auch bei einer laufenden Partie stark anzupassen, was mehr Flexibilität erlaubt.

Das Ganze wird verstärkt durch eine Art Skill Tree, Verbesserungen für Ihren Anführer, die bis zum Spielende erhalten bleiben und die Sie mit Punkten aktivieren, die Sie durch verschiedene Meilensteine erreichen.

Nicht alles am Gameplay ist eitel Sonnenschein, denn nach vielen, vielen Jahren hat Firaxis zum Frust aller die Möglichkeit entfernt, ein Spiel unendlich lang fortzusetzen. Wo am Ende einer Partie jahrelang „Noch eine Runde…“ stand, nachdem eine der Siegbedingungen eingetroffen ist, hört das Spiel nun einfach auf und man muss ein neues Spiel beginnen.

Für neue Spieler der Reihe ändert sich eigentlich nichts, denn „Civilization“ war schon immer unheimlich komplex und einschüchternd. Auch aus Civ 7 kann man eine Wissenschaft machen, wenn man sich bis ins letzte Detail hineinsteigert.

Performance

  • Durchschnittlich 26 FPS auf Macbook Pro M3 Pro
  • Macbook-Lüfter gehen schnell an
  • Keine Fehler, die es unspielbar machen

Ich habe „Civilization 7“ auf einem Macbook Pro M3 Pro mit 18 GB RAM getestet, also ungefähr in der mittleren Leistungsklasse einigermaßen aktueller Geräte. Mit Intel-Macs ist Civ 7 nicht kompatibel.

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Das Spiel läuft auf höchsten Grafikeinstellungen im Schnitt mit rund 26 Bildern pro Sekunde (FPS). Das klingt nach wenig, ist bei einem Spiel wie „Civilization“ aber halb so wild, da es in der Regel genauso gut statisch sein könnte. Es ist einfach kein schnelles Spiel, bei dem es auf hohe Bildraten ankommt. Ohnehin bemerkt man ein Ruckeln erst im späten Spielverlauf, wenn die Karte bebaut ist, viele Einheiten zu sehen sind und man die Kamera bewegt.

Eugen Wegmann

Das „Schlimmste“ an der Performance von „Civilization 7“ ist, dass mein Macbook Pro beim Spielen klingt wie ein Windows-Laptop, denn die Lüfter drehen binnen weniger Minuten auf Anschlag. Das ist nicht gravierend, aber zumindest etwas gewöhnungsbedürftig, da Macbooks bei normaler Benutzung in der Regel keinen Mucks von sich geben.

Was die Stabilität des Spiels angeht, bin ich in meinen 20–30 Stunden Spielzeit auf keine nennenswerten Probleme gestoßen. Einmal ist ein „Soft Lock“ aufgetreten (ein Zustand, bei dem das Spiel nicht mehr weiterlaufen kann, was aber durch einen Neustart behoben werden kann), nachdem die Buttons im Menü aufgehört hatten, zu funktionieren.

Preis & Verfügbarkeit

  • 69,99 Euro Basisversion
  • Teurere Deluxe- und Gründer-Edition
  • Nicht im Mac App Store erhältlich

„Civilization 7“ ist für den Mac auf Steam und im Epic Games Store erhältlich, im Mac App Store aktuell noch nicht. Aktuell stehen drei Varianten zur Wahl: die Standard-Edition für 69,99 Euro, die Deluxe-Edition mit einigen zusätzlichen Inhalten für 99,99 Euro und die Gründer-Edition mit noch mehr Inhalten und ursprünglich 5 Tagen Vorabzugang für 129,99 Euro (zeitlich begrenzt bis Ende Februar).

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Selbstverständlich gibt es auch zusätzliche Spielinhalte: Für 10 Euro gibt es das Deluxe-Inhalts-Pack, für 30 Euro das Upgrade auf die Deluxe Edition, die nicht nur das Deluxe-Inhalts-Pack enthält, sondern auch noch andere Sachen. Für weitere 30 Euro gibt es die „Knotenpunkte“ der Welt, eine Art Season Pass, bei dem Sie mit der Zeit zusätzliche Anführer und Zivilisationen erhalten. Das Upgrade auf die Gründer-Edition beinhaltet alle erwähnten zusätzlichen Inhalte, einen weiteren Season Pass („Recht auf Herrschaft“) und weitere kosmetische Optionen für 60 Euro.

Dass in Zukunft weitere kostenpflichtige DLCs und ganze Erweiterungen kommen, ist selbstverständlich. Wenn Sie lang genug durchhalten, können Sie im letzten Drittel der Lebenszeit von „Civilization 7“ die Complete Edition für einen Bruchteil des ursprünglichen Preises kaufen. Das könnte allerdings dauern: Zwischen dem sechsten und dem siebten Teil lagen achteinhalb Jahre. Sie müssten dafür also wahrscheinlich mindestens bis 2030 warten.

Fazit

Im Großen und Ganzen ist „Civilization 7“ ein weiterer großartiger Teil der Spielereihe, der auch auf hohen Grafikeinstellungen gut genug auf mittelstarken Macs läuft. Das Erlebnis wird aktuell leider etwas durch eine unfertige Benutzeroberfläche getrübt, was aber bald korrigiert werden soll, verspricht der Entwickler.

Veteranen der Reihe müssen sich mehr denn je umgewöhnen, Neuankömmlinge sich wie bei jedem Civ mühsam in die Materie einarbeiten.

Wenn Ihnen die Finger jucken und Sie unbedingt ein neues Civ spielen möchten, können Sie gerne schon jetzt zuschlagen – Civ 7 ist technisch völlig in Ordnung und läuft weitestgehend ohne Probleme. Sie müssen sich allerdings noch ein Weilchen mit optischen Unstimmigkeiten abgeben und nur wenig Hilfe mit neuen beziehungsweise veränderten Mechaniken.

Wenn Sie es nicht ganz so eilig haben, sollten Sie eher die ersten paar Updates abwarten und im Sommer noch einmal nach dem Stand der Dinge schauen. Dann könnten auch die ersten Rabatte von 10 bis 20 Prozent eintrudeln. Ein guter Anhaltspunkt für den Zustand des Spiels sind die Bewertungen auf Steam, die Mitte Februar noch „ausgeglichen“ sind. Sobald die Anzeige auf „größtenteils positiv“ springt, dürfte es passen.

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Eugen Wegmann

Eugen Wegmann schreibt seit 2022 für Macwelt (davor für TechRadar). Er ist kein Apple-Fan der ersten Stunde und betrachtet die Dinge deshalb immer noch als interessierter Außenstehender, mit einer gesunden Portion Skepsis, aber auch viel Neugier und Optimismus. Privat setzt er nach wie vor auf Windows, weil Apple sich mit dem Ausbau der Gaming-Plattform viel Zeit lässt. Er ist außerdem Fan der ersten Stunde von kabellosen In-Ear-Kopfhörern, weshalb er seit ihrer Verbreitung dutzende Modelle getestet hat.

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