Pressefreiheit, Medienzensur und der Kampf um den Zugang zu Informationen sind keine neuen Themen. Für die Deutsche Welle gehören sie seit ihrer Gründung im Jahr 1953 dazu. Bereits im Kalten Krieg wurden die russischsprachigen Radiosendungen der DW in der damaligen Sowjetunion gezielt gestört. Später setzte der Iran sogenanntes Uplink-Jamming ein, um die Satellitenausstrahlung der Deutschen Welle unbrauchbar zu machen. Vor mehr als 20 Jahren begann China, die Webseite der DW zu blockieren.
Heute ist dw.com in fünf Ländern gesperrt: China, Iran, Belarus, Russland und Burkina Faso. Aus journalistischer Sicht könnte man sagen: Wir haben vieles richtig gemacht. Denn autoritäre Regime verbieten unabhängige Medien.
Doch die Aufgabe von Journalismus besteht nicht darin, lediglich ein gutes Produkt zu veröffentlichen. Unser Ziel ist es, Menschen tatsächlich mit relevanten Inhalten zu erreichen – insbesondere dort, wo unabhängige Informationen am dringendsten gebraucht werden.
Das funktioniert, indem wir die Blockaden im Internet umgehen. Die Deutsche Welle macht dies bereits seit fast 15 Jahren. Mal erfolgreich, mal weniger erfolgreich. So ehrlich muss man sein, denn Millionen Dollar schwere Firewalls lassen sich nicht dauerhaft allein mit einer cleveren technischen Idee überwinden.
In dieser Session zeige ich, wie es uns zum Beispiel mit der neuen DW Access App gelingt die digitalen Blockaden autoritärer Staaten immer wieder umgehen, welche weiteren technischen und strategischen Ansätze dabei funktionieren – und warum der Zugang zu unabhängigen Informationen für Millionen Menschen weltweit noch immer keine Selbstverständlichkeit ist.
Denn am Ende geht es nicht um Technologie. Es geht um die Menschen, die sich nicht frei informieren können. #JournalismOutLoud
In der Vorbereitung des #GMF26 (DW Global Media Forum) war für uns klar: Das Thema Zensurumgehung darf nicht fehlen. Denn so kreativ und vielfältig die Verbreitung freier Informationen unterdrückt wird, so innovativ sind auch die Lösungen, die Journalist:innen dabei helfen, trotzdem frei zu berichten.
Ich freu mich, dass wir zu diesem wichtigen Thema das Panel „Tools to outsmart censorship: A journalist’s guide“ ausrichten werden: Isabela Fernandes (The Tor Project), DW Internet Freedom Experte Oliver Linow und Udbhav Tiwari (Signal), moderiert von Ben Fajzullin (Deutsche Welle), erläutern, welche Tools Journalist:innen heute brauchen, um Zensur zu umgehen.
Für mich persönlich bleiben die wichtigsten Tools ganz klar der Austausch und das voneinander lernen, denn nur gemeinsam können wir für Pressefreiheit einstehen. Und so lebhaft die Vorbereitungen gerade auch sind - ich freue mich riesig auf die Begegnungen mit unseren Teilnehmenden.
Übrigens: Das GMF ist die internationale und interdisziplinäre Medienkonferenz der DW. In diesem Jahr erwarten wir unter dem Motto #JournalismOutLoud über 1400 Teilnehmende aus über 100 Nationen im World Conference Center Bonn. Mehr Infos zur Konferenz und den Möglichkeiten zur Teilnahme gibt’s hier: www.dw.com/gmf