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Televisionen in der ehemaligen CCCP - UDSSR - Teil II Das Farbfernsehen

  1. Erste Schritte in der sowjetischen Farbfernsehtechnik
  2. SECAM IV � Linear NIR (NIIR) NIR-Farbfernsehsystem
  3. ERG�NZUNG und vertiefende Begr�ndung zur Sowjetischen SECAM Entscheidung:

 

1) Erste Schritte in der sowjetischen Farbfernsehtechnik

nachfolgender Bericht entnommen, erg�nzt und �bersetzt von W. Scheida - www.technoserve.at

aus Magazin Telesputnik:   http://www.telesputnik.ru:8080/archive/all/n09/54.html  Autor: V. Yefimov

 

Heute geh�rt das Farbfernsehen als fester Bestandteil zu unserem Leben.

Es f�llt schwer zu glauben, das es vor noch gar nicht allzu langer Zeit Inhalt von Tr�umen war.

Der Gedanke farbige Eindr�cke zu �bermitteln wurde erstmalig gegen Ende des 19. Jahrhunderts festgehalten. Die Realisierung dieser Idee wurde nur 50 Jahre sp�ter verwirklicht.

Das All Union Forschungs Institut (VNIITe) arbeitete bereits seit den fr�hen 50er Jahren am Farbfernsehen.

Und in den Jahren 1953- 1955 wurde in Moskau und Leningrad bereits an der sogenannten seriellen Farb-�bertragung Experimentiert. 

(�hnlich den Versuchen der CBS in den USA jener Zeit) 

Zusammengefasst war dieses System jedoch weder zuverl�ssig, noch als entscheidendes Manko, es war nicht kompatibel zum herk�mmlichen schwarz/wei� Video�bertragungsstandard.

Zu Beginn der �bertragungen fertigte das VNIITe einige Test Farb TV Ger�te, (Nicht verwendbar zum Empfang der in Betrieb befindlichen S/W Stationen.)

In solch einem seriellen Farb-�bertragungssystem ben�tigt das Video Signal eine gr��ere Bandbreite aufgrund der Zusatzinformation f�r das Bild. Basis: 525 Zeilen/150Hz

Das f�hrt zu einer Verringerung der nutzbaren Kanalkapazit�t  im vorgesehenen VHF Fernsehband.

Dieser Nachteil des Seriellen Farbfernsehens war zu gro� um es zur (Massen) Fernseh�bertragung zu verwenden, es gab jedoch andere Fernsehtechnische Anwendungen in dem das Serielle System effektiv genutzt werden konnte - so zum Beispiel in der Medizin Technik (Raum Fahrt ?, Milit�r?) 

Aufgrund der Ergebnisse dieser Experimente ging das Fernseh Institut zum kompatiblen Farbfernsehsystem �ber, welches (weitgehend) frei von den angef�hrten Nachteilen war.

Die L�sung f�r all diese Probleme wurden von verschiedenen Abteilungen des Institutes gesucht.

Die haupts�chliche Forschung und die Koordination der verbundenen Teams wurde durch die "Sende Ausr�stungs-Abteilung" geleitet von M.M. Zimnev unter der unmittelbaren Mitarbeit , sowie der Wissenschaftlichen und Technischen Leitung von Dr. V.L. Kreutzer durchgef�hrt.

Prof. P.V. Shmakov, als Vorsitzender der Abteilung Fernsehen im Leningrader Elektro Forschungs Institut f�r Telekommunikation war schwerpunktm��ig als wissenschaftlicher Konsulent zusammen mit dem Institut mit der theoretischen Behandlung des Themas betraut, w�hrend das VNIITe mit der Herstellung von Operativen Ausr�stungsgegenst�nden betreut war.

Ein Blick auf die geschichtliche Entwicklung des Kompatiblen Farb Fernsehens l��t uns einen Fortschritt in vielen Bereichen der Technologie einschlie�lich des (S/W) Fernsehens in direkter Abh�ngigkeit des Fortschrittes von einer Anzahl angrenzender Wissenschaften und Techniken erkennen.

Auf der anderen Seite f�hrte die Entwicklung des Farbfernsehens nutzbringend beeinflusst mit anderen Technologien, die Techniker und Ingenieure zur Entdeckung von neuen Know How. 

Das Fernsehinstitut als vordergr�ndige Organisation zur Entwicklung des neuen Farbfernsehsystems war jedoch nicht auf seine eigenen Forschungen beschr�nkt, sondern koordinierte die Arbeit von anderen Forschungs- Instituten Planungs- B�ros sowie anderer Unternehmen.

Diese Arbeiten waren ziemlich intensiv.

Der Aufbau von Farb TV Sende und Empfangseinrichtungen wurde etwa im Juni 1956 gebildet.

Dieses System bildete, sendete und empfing das kombinierte Farb-Videosignal auf Basis des amerikanischen NTSC Standards angepasst auf das UdSSR Videostandard.

Zwei amerikanische Farbfernsehger�te wurden als Empf�nger eingesetzt, mit Anpassung aller Baugruppen an das UdSSR Kanal- sowie dem (625/50) Bild-Zeilen Raster.

Zur �berpr�fung der Kompatibilit�t, wurden sowjetische gewerbsm��ig gefertigte S/W TV Ger�te (Typ Yantar) eingesetzt.

Das Farb TV system konnte Filme und Dia Bilder senden. 

Einen Signalsensor bildete ein Dia Projektor zusammen mit einem Video Abtaster.

Der Sendeaufbau beinhaltete auch einen Farb-Monitor mittlerer Gr��e. (Der sowjetische Autor dieser Geschichte hat an dessen Entwicklung teilgehabt) 

Dieser Aufbau bestand aus drei Monochromen Kathoden R�hren, deren Oberfl�chen Rot-Gr�n-Blau eingef�rbt wurden, sowie 2 Halbtransparenten Spiegeln. 

Farbmonitore zur Direkt Betrachtung 1956

 

 

 

 

 

Das Farbbild selbst entstand so durch Additive Farbmischung der 3 Monochromen Farbsignale. (auf �hnliche L�sungen basierten erste Farb TVs der Japaner) 

Wir sollten einige Schwierigkeiten beim Entwerfen der Sender beachten.

Ungeachtet von weit verbreiteten Zweifel, erfolgte die Planung des gesamten Systems praktisch von neuen.

Im Juni 1956 ordnete das Ministerium an, das alle Einrichtungen mit einer Gruppe von Experten, gef�hrt vom Wissenschaftler M.E. Gossnach nach Moskau zur Vorf�hrung gebracht werden sollen.

Wir installierten das System in einem Foyer der Sverdlov Halle des Kremls. (Bild)

 

   Aufbau der Anlage im Kreml

 

Mit uns bei dieser Demonstration waren die Spezialisten der Moskauer Elektronen R�hren Werke (MELZ), beauftragt mit der industriellen Herstellung von Farbkameras.  (Kinescopes)

Nach Aufbau und Abgleich des System, wurden wir nicht nur von Fachleuten, sondern auch von Offizieren des Ministerpr�sidenten des obersten Sowjets der UdSSR besucht.

Nat�rlich hatte diese " Vorf�hrung " eine gro�e Bedeutung f�r die F�hrung unseres Ministeriums (und letztenendes, f�r das Ausr�sten
der Fernsehstationen im ganzen Land). 

Herr A.I. Shokin, einer der der Organisatoren dieser Demonstrationen wurde sp�ter Minister der Elektronik Industrie.

Mit unserer Ausr�stung zeigten wir Farb-Dias und Reise Filme �ber das Moskauer TV Zentrum.

Ich erinnere mich an den Besuch einer Gruppe von Spezialisten die st�ndig nach Fernseh-Filmabstaster (Telecine) und Farb-Kameras (Color Kinescope) fragten. 

Ein Mitarbeiter des MELZ sprach �ber deren Schwierigkeiten bei der Herstellung von Farbfernsehr�hren.

Sie hatten die Aufgabe chemische Leuchtstoffe in Rot ,Gr�n und Blau so anzuordnen, das �ber eine Maske mit 500.000 L�chern das Bild in der richtigen Farbe erscheinen konnte.

Erster Sowjet Lochmasken Farb TV "Raduga" 

 

Einer der Spezialisten h�rte aufmerksam zu und sagte das diese Arbeitsschritte bereist erfolgreich in der Nuklear Industrie durchgef�hrt werden. 

So erhielten unsere Kollegen des MELZ eine unerwartete Hilfestellung.

Unsere "Ausstellung" wurde auch von Klement Voroshilov einem Vorsitzenden des Obersten Sowjets sowie dem Au�enminister Molotov besucht.

Wir erwarteten auch Nikita Khrushchov, der jedoch eine Besprechung mit Marshall Tito dem Pr�sidenten von Yugoslawien hatte.

Unsere Vorf�hrung war erfolgreich. Der Stab unserer Industrie begann mit erweiterter Entwicklung des Farbfernsehsystems im Besondern der Fernsehkameras, der Filmabtastausr�stung sowie gewerbsm��ig hergestellter Farbfernsehempfangsger�te und andern Anwendungen.

Auf der Suche nach einem Weg die Farbinformation als Composite Videosignal wurde der SECAM Standard gew�hlt der 1954 von Herny de France in Frankreich entwickelt wurde. 

Nach gemeinsamer Forschung und Entwicklung durch sowjetische Techniker und Franz�sischen Spezialisten in den Jahren 1965-1967 �bernahm die UdSSR sowie verschiedene andere Staaten den angepassten SECAM III B Standard.    (FM, mit 2 Tr�gerfrequenzen etc..) 

Die Wahl begr�ndet in den geringeren Anforderungen des SECAM III B Standards an die Fernsehempfangs- Parameter im Vergleich zu den anderen Farbstandards sodass die Ger�te nicht allzu Kompliziert werden sollten.

Dar�ber hinaus konnte dieser Standard mit einem Minimum an Aufwand bei den TV Stationen als auch den Relaystationen �bernommen werden.

Die gesamte Ausarbeitung aller Systemkomponenten des Farbfernsehens durch unser
Institut und anderer Organisationen machte es m�glich, eine jeweils aktuelle Ausr�stung zu entwerfen und sie durch die Sowjet Industrie f�r
Fernsehstationen in der UdSSR und in einigen anderen L�ndern herzustellen. 

Farbfernsehen kann �berall in unserem Land empfangen werden.

Es soll erw�hnt sein, das in der ersten Stufe der Entwicklung von industriell hergestellten Fernsehger�ten in 2 Ebenen gearbeitet wurde:

Maskenr�hren f�r Standard Gr��en als auch 3 R�hren Ger�te mit Farbmischung.

Herr V.F. Kozlov als auch der Autor arbeiteten an Verbessehrungen sowohl der Projektionsger�tetypen als auch an den 3 Kathoden R�hren. (Delta Typen)

Nachdem der Versuchsapparat mit 3 R�hren fertig war wurden Zweifel an der Zukunft dieser Bauart angemeldet.

Das Ger�t wurde deshalb nach Moskau zum Fernseh Institut nunmehr MNITI zu einer Gruppe unter L.N. Shvernik zum Studium zur Verwendung dieser Technik in Gro�serienherstellung gebracht.

Ein Ger�t mit Maskenr�hre wurde ebenfalls im VNIITe unter einer Gruppe von L.I. Baldin und verbundener Entwickler, Techniker udn Forscher gebraucht Wir wollen daran erinnern das das das MELZ an der kommerziellen Herstellung von Maskenr�hren arbeitete w�hrend die Svetlana Werke die R�hren f�r obiges ger�t entwickelten und fertigten: 6P45S, 6D22S, 3C22S und GP-5.

Das Ergebnis wurde der REGENBOGEN "Raduga" Farbfernsehempf�nger entwickelt und gebaut.

Von 1958-1960 wurden sie zu den Kozitsky Werken in Leningrad �berstellt um dort gefertigt zu werden.

Heute k�nnen 2 dieser Ger�te im VNIITe Museum und im A.S. Popov Zentralen Telekommunikationsmuseum in Leningrad besichtigt werden.

Ebenfalls erw�hnt werden soll das bei dem Soyuz- Apollo Raumflug im Juni 1975 in der Seriellen Farbfernseh �bertragungstechnik gefilmt wurde.

Ain den Bodenstationen wurde das Serielle Signal in Composite Signale umgewandelt und weiterverarbeitet.

 

 Raduga TV f�r Serielles Farbfernsehen 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der vorliegende Bericht soll durch nachstehendes (pers�nliches) Erg�nzt werden:

Sicherlich wurde in den Instituten hart gearbeitet um ein entsprechendes Farb TV Made in UdSSR m�glich zu machen.

Dabei darf jedoch nicht �bersehen werden, das die eigentliche Basisarbeit zum Farb TV von der Amerikanischen NTSC Arbeitsgemeinschaft Mitte der 50er Jahre als Fertig bezeichnet werden konnte. Dazu geh�rt insbesondere die RCA Lochmaskenr�hre welche ein Kernproblempunkt in der Massenherstellung sowohl in den USA mit hohen Kosten als auch in der UdSSR durch nicht Beherrschung dieser Technik darstellte.

Hauptargument f�r den �BERTRAGUNGSSTANDARD SECAM waren in Folge nicht sosehr die angef�hrten Punkte sondern die Franz�sische Zusage in Verbindung zum Farbstandard eine Fertigungstechnik f�r eine Streifenmaske zu liefern, was allerdings viel sp�ter nur SONY Japan mit Erfolg gelang. Tats�chlich wurde ebenfalls die RCA R�hre nachgebaut.

Der Rest war Politik bei der das eigentlich einzig vern�nftige System PAL abgelehnt wurde - um es nach dem Zusammenbruch in Frankreich, Osteuropa als auch sonst wo ebenfalls zu �bernehmen. Nicht umsonst gab es in Frankreich damals einen eigenen SECAM Minister.

Wenn bereits Anfang der 50er Jahre intensiv geforscht wurde - und erst 1968 auf dem Moskauer Kanal SECAM auf Sendung ging kann das nicht unbedingt als Innovation gesehen werden. 

1968 im Prager Fr�hling war zumindest der Versuch der tschechischen Techniker da, PAL zu �bernehmen und auch sp�ter landete sowjetische TV Technik oftmals in einem Lager der TV Stationen die den Comecon Vertr�gen entsprechend Ware abnehmen mussten und dennoch lieber Produkte der deutschen Fernseh GmbH einsetzten- Vermittelt �ber NEUTRALE Staaten versteht sich (�sterreich war damals Neutral -Anmerkung!)

Das interessante am Sowjet TV scheint daher eher die "Urbarmachung" der weiten Gebiete der UdSSR mit terrestrischen Sendeanlagen als auch dem Einsatz der ersten High Power Satelliten zum "Direktempfang" und zur Wiederausstrahlung zu sein und das in Verbindung mit der gr��ten TV Zentrale der Welt. dazu kommt die Ausstrahlung jeweils zeitversetzter Versionen der Hauptprogramme ORT & RTR.

 

2) SECAM IV - Eine sowjetischer Beitrag zum Thema Farbfernsehen

Beitrag vom Autor auch auf WIKIPEDIA ver�ffentlicht: http://de.wikipedia.org/wiki/SECAM#SECAM_IV_.E2.80.93_Linear_NIR_.28NIIR.29__NIR-Farbfernsehsystem

SECAM IV � Linear NIR (NIIR) NIR-Farbfernsehsystem

SECAM IV ist ein vom Russischen Forschungsinstitut NIIT entwickelter Farbfernsehstandard. Eigentlich wurden zwei Standards entwickelt: Das nichtlineare NIR, bei welchem die Quadratwurzel des Farbsignals �bertragen wird (in einem Vorgang analog zur Gamma Korrektur), und das lineare NIR, bei welchem dieser Prozess wegf�llt. Als SECAM IV wie nachstehend beschrieben wird die lineare Version von NIR bezeichnet. Farbtest�bertragungen in NIR begannen 1963 in Moskau in UHF Standard D, bevor ein Wechsel auf SECAM III zeitgleich mit dem Start in Frankreich am 1. Oktober 1967 erfolgte. Die Neuigkeit �ber das neue sowjetische Farbsystem erreichte den Westen 1966. Zu dieser Zeit wurde die BBC zitiert: "Es ist von Interesse zu bemerken, dass dieser Vorschlag identisch mit einem im April 1963 durch den BBC-Ingenieur Herrn W. B. Pethers gemachtem erscheint, der aber nicht verfolgt wurde, weil seinerzeit seine Vorteile in Bezug auf die anderen Systeme nicht attraktiv genug waren." Das urspr�ngliche System von Pethers war dem nichtlinearem NIR �hnlich, und er entwickelte ebenfalls zwei Varianten. Tests mit NIR wurden durchgef�hrt durch die ITA in Gro�britannien mit einer starken Lobby f�r dessen Einf�hrung in Europa, bevor sich die Nationen in der PAL-SECAM Teilung polarisierten. Obwohl aus NTSC abgeleitet, unterscheidet sich SECAM IV sowohl vom PAL- wie auch vom SECAM-System: Es verwendet einen �dritten Weg� zum Vermeiden von Farbtonfehlern. In einer Zeile wird ein PAL-�hnliches quadraturamplitudenmoduliertes Signal mit unterdr�cktem Tr�ger �bertragen und in der darauffolgenden Zeile ein gleiches Signal, jedoch mit konstanter Phasenlage als Referenz. Sowohl die Zeile mit dem Farbinhalt wie auch die darauffolgende Zeile mit dem Referenztr�ger durchlaufen die gleichen �bertragungswege und daher ist demodulierte Signal frei von Phasenfehlern. Eine �hnliche Idee wird bei den Videorekorder-Systemen verwendet. Das h�herfrequente Chrominanzsignal wird in einem niederfrequenteren Bereich umgesetzt und zusammen mit einem Referenzsignal aufgenommen. Bei der Wiedergabe wird diese Referenz als BFO zur Wiedergewinnung der Chrominanzsignale eingesetzt. Da beide Signale die gleichen Bandlaufbeeintr�chtigungen durchlaufen, erscheint das Chrominanzsignal jitterfrei. SECAM-IV/Linear NIR hat zwei M�ngel, die die anderen Systeme (NTSC, PAL und SECAM III) nicht aufweisen, und die aus der Verwendung des �bertragenen Referenzsignals in seiner breitbandigen Form im Gegensatz zu den �blichen lokal erzeugten Referenztr�gern entstehen: Erstens, weil sowohl das Farbartsignal als auch das Referenzsignal der angrenzenden Zeile auf einen Ringdemodulator gelegt werden, wird jedes St�rsignal, das auf beiden Eing�ngen vorhanden ist, demoduliert und bildet damit einen Gleichspannungsanteil am Ausgang. Abh�ngig von der Frequenz des St�rsignals ergibt dies entweder eine Gesamtf�rbung oder ein farbiges Muster. Zweitens ist als Effekt des Chromarauschens eine verkleinerte Amplitude nach der Demodulierung des Farbartsignals vorhanden, was zu einer Ents�ttigung der Farben f�hrt welche bei Gesichtsfarben besonders erkennbar wird. Als Farbtr�gerfrequenz verwendet man wie bei der PAL Norm 4.433.618,75Hz bei 625/50 SECAM IV. Die Farbsignale werden senderseitig wie folgt aufgebaut: R-Y mit 1,14 und B-Y mit 2,03 als Reduzierfaktor. Diese Basisband-Farbdifferenzsignale haben eine Bandbreite von >1,5MHz. Danach werden die Farbdifferenzsignale auf einem Tr�ger moduliert. Zus�tzlich wird eine Gleichspannungskomponente mit 10% des Maximalwertes hinzugef�gt. Wie bei SECAM �blich, wird der Farbidentifikationsschalter im Empf�nger durch in der vertikalen Synchronaustastl�cke befindliche 40�s lange Farbtr�ger synchronisiert. Das Farbartsignal selbst wird durch Multiplikation der Zeile B mit der (in einer wie auch bei PAL �blichen Glasverz�gerungsleitung) vorangegangenen gespeicherten Zeile A wieder gewonnen. Das Signal der Zeile B dient als Referenzoszillator f�r das Zeile-A-Signal, welches die Chrominanzinhalte enth�lt. Daher ist ein eigener Farbtr�ger-Referenzoszillator im Empf�nger nicht erforderlich. Durch die zugef�gte Gleichspannungskomponente ist immer eine Referenzfrequenz vorhanden. Diese sollte eine 10 bis 20 fach gr��ere Amplitude als das zu demodulierende Zeilensignal A am Modulatoreingang besitzen.

Anmerkung: Das System m�sste der Beschreibung nach wie auch SECAM III eine reduzierte Chroma- Vertikalaufl�sung bieten, da immer je 2 Zeilen nur eine Zeile mit der richtigen Farbart wiedergeben k�nnen. Wieweit das Mitsenden eines Farbhilfstr�gers im sichtbaren Videobereich jeder zweiten Zeile zu Inkompatibilit�tsproblemen mit dem S/W-System f�hrt kann nur vermutet werden. Vorteil: Kein Farboszillator im Empf�nger notwendig.

Zwei themenrelevante Beitr�ge aus FUNKSCHAU 1966:  Digitalisiert 2005/ Die aktuellen Ausgaben der FUNKSCHAU des WEKA Verlages finden Sie unter www.Funkschau.de

NIR-SECAM Beitrag 1                            NIR-SECAM Beitrag 2 

 

 

Siehe zum Vergleich auch den Beitrag: 40 Jahre PAL Farbfernsehen des Autors sowie diese 

 

3) ERG�NZUNG und vertiefende Begr�ndung zur Sowjetischen SECAM Entscheidung: 4 - 6/2008
 

"Zum Thema Secam in der damaligen Sowjetunion kann ich Ihnen aus meiner beruflichen Praxis einige Details nennen.

Vorab, ich war von 1970 bis Ende 2002 in der urspr�nglichen Firma Fernseh GmbH, sp�ter Bosch, BTS etc. besch�ftigt. In den Jahren 1973 bis Anfang der 80er Jahre habe ich als Service und Inbetriebnahme Ingenieur u.a. im Fernsehzentrum des russischen Fernsehen gearbeitet.

Die Entscheidung Russlands den Standard Secam zu �bernehmen, war auch eine Frage der Magnetbandaufzeichnung. Das russische Fernsehen musste Sendungen zeitversetzt f�r die �stlichen Landesteile senden, dies war nur m�glich, indem man Sendungen aufzeichnete. Da Russland anfangs keine Aufzeichnungsmaschinen der Firma Ampex bekam, entwickelte man russische Maschinen die f�r Schwarz-Weiss Aufzeichnung gedacht waren. Ich erinnere mich an die Maschinen vom Typ Kadr 3 und 4.

Die Elektronik und Mechanik der Maschinen war aber nicht gen�gend stabil (Zeitbasis - TBC) um Farbsignale des PAL Standards abspielen zu k�nnen.

Der Standard NIR 4 war deshalb auch mit dieser gesendeten Referenz �ber die ganze Zeile ausgestattet, Zeitbasisfehler h�tte der Empf�nger ausgeglichen, ein sehr kluger Ansatz.

Das Secam Signal konnten diese einfachen Aufzeichnungsmaschinen sehr gut wiedergeben. (Solang der differentielle Phasenfehler nicht zu gross war...) Auch waren die bestehenden russischen Richtfunkstrecken nicht besonders f�r PAL Signale geeignet (Frequenzgang), Secam Signale wurden von diesen Strecken relativ unbeschadet �bertragen. (Die Russen sagten immer, Secam, c'est toujour couleur..)

Interessant ist, dass die Firma Bosch damals ein komplettes Programm an Secam Ger�ten fertigte und in fast alle Secam L�nder lieferte. (Sehr zum �rger der Fa. Thomson/CSF)

Es gab sogar einen experimentellen 50Hz NTSC Ansatz (Siehe angeschlossener Beitrag) aus dem Hause Bosch Fernseh GmbH FESE."

Diesen wertvollen Erg�nzungsbeitrag habe ich dankenswerterweise von Herrn Bodo Heyl / Reinheim D 4/2008 erhalten.

 

Erg�nzung:

1980 wurden 7,5 Mio Fernsehger�te in der UdSSR verkauft davon 25% Farbfernsehger�te, wobei hier die Nachfrage nur zu ~60% befriedigt werden konnte. 1,5 Mio Ger�te bedurften einer Reparatur vor der ersten Inbetriebnahme (Quelle: Funkschau Heft 18/ September 1981 Seite 24)  

 

�bersetzt und Erg�nzt: W. S. im November 2001

Updated:    10.07.2008