Aus dem Kurs: Künstliche Intelligenz: UX-Prinzipien und Anwendungen

Kurze Historie der künstlichen Intelligenz

Beginnen wir mit einer kurzen Historie der künstlichen Intelligenz oder kurz KI. Mit KI sind Software Systeme gemeint, die komplexe Aufgaben selbständig und ohne die Vorgabe einzelner Schritte erledigen. Die Anfänger der KI gehen zurück in das Jahr 1956, wo sich führende amerikanische Wissenschaftler auf einer Konferenz trafen, um sich über die Visionen selbstlernender Maschinen auszutauschen. Dafür prägten sie den Begriff künstliche Intelligenz. Die Pioniere der 1960-er Jahre bauten den ersten autonomen Roboter und forschten zur maschinellen Übersetzung von Sprache. Der Informatiker Joseph Weizenbaum entwickelte den ersten Chatbot Eliza, der vorgab ein Psychotherapeut zu sein und Gespräche simulierte. Manche Testpersonen waren wirklich überzeugt, dass Eliza ihre Probleme verstand. Doch generell erwies sich KI als fehleranfällig und deswegen nahm es Interesse ab. Fast forward, 1977 gewinnt der IBM Computer Deep Blue gegen den russischen Schachweltmeister Garry Kasparov. Zum ersten Mal war eine Maschine besser als der Mensch. Doch der Computer konnte die Schachfiguren nicht bewegen, deren Positionen er berechnete. Ein Widerspruch, komplexe Denkaufgaben wurden spielerisch gelöst und einfache körperliche Bewegungen scheiterten. Es brauchte immer noch einen Menschen, der die Figuren bewegte. Seit 2010 wird künstliche Intelligenz zunehmend kommerzialisiert und findet sich viel stärker in unserem Alltag wieder. Rechnerleistungen nehmen zu, die Übertragung von Daten ist viel schneller, KI Gebiete wie maschinelles Lernen und neuronale Netze boomen. Die künstliche Intelligenz IBM Watson gewinnt in der Spielshow Jeopardy, Apple's Sprachassistent Siri kommt auf den Markt und Google's AlphaGo besiegt den weltbesten Profispieler im Brettspiel Go. Nach der dritten verlorenen Partie erklärte Lee Sedol, er sei geschockt vom Spiel des Computers. Abgesehen von der Überlegenheit in Schach, Quizshows und asiatischen Brettspielen kommen die smarten Algorithmen nun in fast allen Industrien zum Einsatz. Doch auch, wenn KI Systeme Texte übersetzen, Objekte in Bildern erkennen, oder medizinische Diagnosen erstellen können, den Text oder die Krankheit verstehen sie nicht. Sehen wir eine Revolution in allen Gebieten und Industrien entgegen? Ja, das tun wir. Wird es Massenarbeitslosigkeit und das Ende der Menschheit bedeuten? Wohl eher kaum. Ich schließe mich der Meinung vieler Entwickler und Forscher an, welche die Chancen der künstlichen Intelligenz sehen, sozusagen KI als Entlastung des Menschen und nicht als Entlassung.

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