Aus dem Kurs: Effektive Kommunikation durch emotionale Intelligenz
Empathie entwickeln: die Kunst des Perspektivwechsels
Aus dem Kurs: Effektive Kommunikation durch emotionale Intelligenz
Empathie entwickeln: die Kunst des Perspektivwechsels
Sie haben sich nun bereits intensiv mit dem Konzept der emotionalen Intelligenz in der Kommunikation beschäftigt. Selbstreflexion und die intelligente Auseinandersetzung mit den eigenen Emotionen, das ist für Sie bereits ein offenes Buch. Der nächste Schritt ist der vom Ich zum Du, denn Kommunikation bedeutet ja immer Dialog, Austausch und hier ist Empathie das Zünglein an der Waage. Der Begriff wird so inflationär genutzt, dass ich denke, hier ist es noch einmal gut, nachzuschärfen. Starten wir darum mal mit einer Definition. Empathie bezieht sich auf die Fähigkeit, sich in andere Menschen einzufüllen. So weit, so gut. Es gibt jedoch verschiedene Arten von Empathie. Die kognitive Empathie, also das Verstehen der Gedanken und Perspektiven anderer, und die emotionale Empathie, das Erkennen der Gefühle anderer und die daraus folgende angemessene Handlung. Empathie in der emotional intelligenten Kommunikation zeigt sich durch das bewusste Erkennen und, wenn passend, auch Ansprechen der Gefühle anderer. Das lässt sich am leichtesten an drei Beispielen zeigen. Immer zuerst das Nicht-Empathische und dann die empathische Lösung. "Warum bist du so gestresst? Das ist doch nicht so schwer zu bewältigen." "Ich merke, dass du gestresst bist. Möchtest du darüber sprechen? Vielleicht kann ich dir bei der Lösung helfen." Nicht-Empathisch: "Du solltest wirklich aufhören, darüber zu jammern. Andere haben es viel schlimmer." Empathisch: "Ich verstehe, dass du dich belastet fühlst. Lass mich wissen, wie ich dich unterstützen kann." Nicht-Empathisch: "Das ist doch lächerlich, dass du dich darüber aufregst. Du übertreibst mal wieder." Empathisch: "Es scheint, als würde dich diese Situation wirklich beschäftigen. Ich bin da, um dir zuzuhören, wenn du darüber sprechen möchtest." Wenn man das so hört, dann denken Sie sich vielleicht: Ja, eh klar. Doch im echten Leben gehören diese nicht-empathischen Kommunikationssperren zum Alltag. Leider auch in der Kindererziehung. Erlauben Sie mir bitte diesen ganz kurzen Ausflug in eine konkrete Situation, die sich so oder ähnlich allzu oft abspielt. Das kleine Mädchen, nennen wir sie Lea, fünf Jahre alt. Sie schaukelt fröhlich im Türrahmen. Ihre Freundin Lilly ist zu Besuch und die beiden haben viel Spaß. Die Mädchen sind ganz aufgekratzt und noch einmal schaukelt Lea mit vollem Schwung los. Klatsch. Genau in diesem Augenblick schlägt Lilly versehentlich die Glastür zu. Das Ergebnis? Knie kaputt, Glas kaputt. Jetzt gibt es wieder zwei Möglichkeiten. Der Erwachsene stürmt auf Lea zu und sagt streng: "Ich habe dir doch gesagt, dass du aufpassen sollst und nicht so wild schaukeln. Jetzt haben wir wegen dir eine kaputte Glastür. Das ist teuer und die Schaukel, die sperren wir gleich weg. Du bist scheinbar zu dumm, um damit zu spielen." Autsch, noch mal Autsch. Jetzt tut nicht nur das Knie weh, oder? Der Erwachsene geht zu Lea und kniet sich hin. Der sagt: "Oh nein, das sah nach einem unglücklichen Unfall aus. Bist du in Ordnung, Lea? Wir kümmern uns um dein Knie und macht dir keine Sorgen wegen der Tür. Lass uns schauen, wie wir das reparieren können. Vorsorglich geben wir die Schaukel runter. War keine gute Idee, sie gerade hierher zu hängen." Alles klar? Na gut, dann gehen wir über zum nächsten Kapitel, denn emotional intelligente Kommunikatorinnen und Kommunikatoren hören aufmerksam zu. Nicht nur den Worten, sondern auch den Gefühlen und Bedürfnissen der Gesprächspartner.
Üben mit Projektdateien
Laden Sie die Dateien herunter, die von den Trainer:innen verwendet werden. So können Sie mitlesen und durch Ansehen, Zuhören und Üben lernen.
Inhalt
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Empathie entwickeln: die Kunst des Perspektivwechsels4 Min. 4 Sek.
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(Gesperrt)
Zuhören: die Grundlage für effektive Kommunikation2 Min. 59 Sek.
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(Gesperrt)
Das Geheimnis der Resonanz3 Min. 4 Sek.
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(Gesperrt)
Nonverbale und paraverbale Kommunikation2 Min. 54 Sek.
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(Gesperrt)
Die kluge Wortwahl1 Min. 39 Sek.
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(Gesperrt)
Strukturierte Sprache: wie man Botschaften verständlich vermittelt2 Min. 17 Sek.
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