Aus dem Kurs: Antirassismus und Wandel am Arbeitsplatz fördern

Was ist Rassismus und wer ist davon betroffen?

Rassismus. Was genau bedeutet es? Es gibt nicht nur die eine Definition. Es gibt viele verschiedene Ansätze. Amnesty International hat folgende Definition: "Rassismus ist ein Angriff auf die universellen Menschenrechte an sich. Er verleugnet eines der Grundprinzipien der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte – nämlich, dass alle Menschen frei und gleich an Würde und Rechten geboren sind. Menschen wird systematisch die Ausübung ihrer Grundrechte unter dem Vorwand der Hautfarbe, ethnischen Herkunft verweigert." Dieser Definition möchte ich noch hinzufügen, dass die Ausgrenzung noch weitergeht. Menschen werden zusätzlich aufgrund ihrer Religion, ihres Namens, Haarstruktur oder ihrer Sprache diskriminiert. Rassismus spaltet unsere Gesellschaft in eine Wir-Gruppe und in mehrere Fremdgruppen. Ein hierarchisches gesellschaftliches Macht- und Herrschaftsverhältnis besteht, in der die Wir-Gruppe gegenüber den Fremdgruppen dominant ist. Unterstützt wird dieses System durch bestehende Strukturen, Institutionen, Ideologien und Handlungen. In der Wir-Gruppe sind Menschen, die weiß sind oder weiß wahrgenommen werden. In der Fremdgruppe sind Menschen, die nicht weiß sind oder nicht weiß wahrgenommen werden. Die Wir-Gruppe wird in allen Strukturen, Handlungen bevorteilt und ist in der Machtposition. Die Fremdgruppen werden benachteiligt und haben weniger Einfluss. Der Begriff "Weißsein" wird in diesem Zusammenhang nicht ausschließlich auf die Hautfarbe bezogen. Es umfasst vielmehr das soziale Verständnis. Die dominante und privilegierte Position innerhalb des rassistischen und hierarchischen Machtverhältnisses. Diese soziale Machtposition des Weißseins erhält sich also nur, wenn es auch nicht-weiße Menschen gibt. Wer sind nun die Personen, die nicht weiß sind oder als nicht-weiß wahrgenommen werden? Das sind z.B schwarze Menschen, Indigene oder Menschen of Color. Als schwarze Menschen bezeichnen sich vorwiegend nicht-weiße Personen, die aus einem afrikanischen Land kommen, z.B. aus der Republik Kongo oder Ghana, oder aber auch Menschen, die sich als Personen der Afro-Diaspora identifizieren, also deren nicht-weißen Vorfahren auch aus Afrika einwanderten. Indigene Personengruppen sind den Vereinten Nationen nach Nachfahren der Erstbewohner und Erstbewohnerinnen eines Gebietes, die bereits vor der Eroberung, Kolonialisierung oder Staatsgründung durch Fremde dort lebten. Sie bewahren ihre eigene Kultur und identifizieren sich als eigene Gruppe innerhalb der Gesellschaft. Als People of Color oder PoC bezeichnen sich Personen, die sich als bspw. nicht-weiß und nicht-deutsch, nicht-österreichisch, nicht-schweizerisch identifizieren oder wahrgenommen werden oder nicht-weiß und nicht-christlich oder nicht-weiß und nicht-westlich identifizieren oder wahrgenommen werden. Als PoC können sich nicht nur Menschen mit nicht-weißer Hautfarbe bezeichnen, sondern auch Menschen, die sich bspw. als türkisch, muslimisch oder jüdisch identifizieren oder wahrgenommen werden. Sie können auch den Begriff BIPoC verwenden. Dieser schließt die Erfahrungswelten aller der Personengruppen ein, die ich Ihnen gerade vorgestellt habe. Er steht für Black, Indigenous, People of Color, übersetzt: Schwarze, Indigene und Personen of Color. Diese erläuterten Begrifflichkeiten sind wesentliche Grundlagen, um zu verstehen, auf welche Personengruppen Rassismus abzielt. Im nächsten Abschnitt geht es darum, eine antirassistische Haltung einzunehmen, um die Diskriminierung gegenüber diesen Personengruppen zu vermeiden.

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